Die Domäne Wachau verfügt über eines der größten Altweinarchive Österreichs.

Die Zeitreise der Weißweine

Peter Moser, 30.04.2017

Reifen Weißweine anders als Rotweine? Und wenn ja, was sind die Unterschiede? Eine Spurensuche.

Werbung

Dass ein guter Rotwein reifen muss, das ist allgemein bekannt. Bei den Weißweinen ist das natürlich nicht anders, in der Praxis wird das aber nicht beherzigt. Der Grund dafür ist simpel: Während ein Roter wegen seiner harten Tannine und herben Gerbstoffe in der Jugend meist nicht so verlockend ist, sind junge Weißweine in ihrer Primärfruchtphase sehr attraktiv. Daher gleich vorweg: Es gibt gute Gründe, viele Weißweine bereits jung zu genießen, und das zu tun, ist kein Fauxpas. Leichte Sommerweine, lebendige Kabinettweine – sie alle können und dürfen sofort ins Glas und bieten mit ihrer Frische großes Trinkanimo. Es gibt aber auch eine stetig wachsende Gruppe von Weißweinen, die sich mehr Zeit verdienen. Ein komplexer Weißwein von einer bekannt guten Lage hat viel mehr zu erzählen als seine sortentypischen Fruchtaromen. Mit etwas Übung wird es dem Weinfreund bald gelingen, seine Herkunft einem Anbaugebiet zuzuordnen. Ein Riesling Großes Gewächs von der Nahe zeigt eine andere Charakteristik als ein Riesling Smaragd aus der Wachau oder ein Grand Cru aus dem Elsass. Ein im kleinen Holz geschulter Chardonnay aus Meursault wird andere Merkmale offenbaren als ein Chardonnay aus Carneros in Kalifornien.

Weiterlesen

Werbung