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»Gerüche gehen tiefer ins Herz als Töne und Bilder«, meinte Rudyard Kipling, Autor des »Dschungelbuchs«. Tatsächlich ist das Riechen eng mit Emotionen und Erinnerungen verbunden. Riechen wir Zimt, Nelken und Vanille, Kekse, Lebkuchen und Mandarinen, gebratene Mandeln und Maroni oder auch Weihrauch und Myrrhe, kommt Weihnachtsstimmung auf, und manche fühlen sich in längst vergangene Kindheitstage zurückversetzt. Denn Düften stehen wir nie neutral gegenüber. Nehmen wir einen Geruch zum ersten Mal wahr, wird er sofort bewertet, mit der aktuellen Stimmung verknüpft und so abgespeichert. Kommt uns dann ein Duft erneut unter, erinnern wir uns an den Ursprung des ersten olfaktorischen Kontakts, an das Erlebnis, die verbundenen Assoziationen. So wird uns auch jetzt noch warm ums Herz, wenn wir wieder Düfte riechen, die mit Harmonie, Geborgenheit und Wärme einhergingen. Die Bewertung von Gerüchen ist anerzogen und von den eigenen Erfahrungen abhängig. Kommentieren Eltern die Hochkonjunktur an Duftkompositionen in der Weihnachtszeit mit: »Das riecht gut«, sind die Eindrücke sofort positiv gespeichert. Daher geht die Duftwelt im Advent und zu Weihnachten mit all den Gewürzen, Honig, Kerzen, Punsch und Braten bei vielen mit Wohlbehagen und Vorfreude einher. Wer aber mehrmals schlecht gelaunt Kletzenbrot vorgesetzt bekam, wird den Duft negativ einordnen. Die Geruchswelt ist zudem stark kulturell geprägt. So riechen Städte und einzelne Viertel ebenso anders, wie Weihnachten in Mitteleuropa anders riecht als in Afrika oder Amerika.
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