»Es geht mir blendend«

Philipp Elsbrock, 01.08.2019

Spitzenkoch Thomas Bühner erzählt im Falstaff-Interview über sein Leben nach dem »La Vie« und seine Pläne für die Zukunft.

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Vor einem guten Jahr schlossen sich die Türen des Drei-Sterne-Restaurants »La Vie« in Osnabrück für immer. Der ehemalige Küchenchef Thomas Bühner reist seitdem um die Welt. Falstaff traf ihn in Portugal, auf einem Gourmetfestival an der östlichen Algarve. Ein Gespräch über die Vorzüge eines Lebens aus dem Koffer, über mangelnde Unterstützung der Politik – und über die Pläne für ein neues Restaurant. Herr Bühner, Ihr Leben hat sich binnen eines Jahres komplett verändert. Früher standen Sie fast ausschließlich in der Küche des »La Vie«, heute sind Sie Reisender, Berater, Gastkoch. Wie finden Sie Ihr Leben momentan? Spannend! Es ist eine Menge mehr Drive in meinem Leben. Man sieht mich fast immer mit einem Koffer in der Hand: Wir waren in Ecuador, im Regenwald, haben zwei Erdbeben miterlebt, einen Erdrutsch. Sind von Quito nach Marokko und nach Hong Kong, dann wieder zurück nach Deutschland. Zwischendurch kam der Oman. Jetzt wahrscheinlich Taiwan. Wenn es so weiter geht, schaffe ich dieses Jahr den Senator. Sie können viel mehr machen als früher. Ja, weil ich früher nicht selbstständig war, sondern die Interessen das »La Vie« vertreten habe. Dort wurde es lieber gesehen, wenn ich persönlich am Herd stand, statt unterwegs zu sein. Aber Kontakte zu knüpfen, sich auf solchen Events wie diesem hier sehen zu lassen, hat meiner Meinung nach viel mit Marketing zu tun. Björn Frantzen (Drei-Sterne-Koch aus Stockholm, d. Red.) hat einmal zu mir gesagt: In dem Jahr, als ich auf der World 50 Best Liste aufgetaucht bin, bin ich 220 Tage im Jahr auf Reisen gewesen. Das wird in Deutschland häufig unterschätzt, wo es diesen hohen Grad an Präsenzpflicht gibt. Aber es geht ja um mehr als nur um Deutschland.

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