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Jetzt geht ein großes Aufatmen durch das Land, durch den ganzen Kontinent. An allen Ecken und Enden ist man bemüht, wieder ein Alltagsverhalten anzustreben, das man als Normalität gewohnt war. Wie nie zuvor in den vergangenen 75 Jahren haben wir alle erfahren müssen, dass das Leben in einer modernen Gesellschaft von zahllosen Konventionen, Einschränkungen und Verhaltensregeln bestimmt wird. Die allermeisten Menschen sind gehalten, sich innerhalb eines – häufig sehr engen – sozialen Korsetts zu bewegen. Niemand kann tun oder lassen, was ihm gerade in den Sinn kommt – sagen wir, über die Autobahn brettern, als gäbe es kein Morgen, oder sich einfach unter den Nagel reißen, was einem vor die Nase kommt. Oder nicht nur im übertragenen Sinn keinen Abstand zu halten von den anderen. Ohne diese Übereinkunft – der Genfer Philosoph Jean-Jacques Rousseau nannte sie Gesellschaftsvertrag – herrschten Willkür und anarchische Zustände. Gleichwohl ist Freiheit nach wie vor ein Schlüsselbegriff der Zivilisation.
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