Zu Hause kann überall sein, wo man mit Menschen zusammengekommt, die einem etwas bedeuten. 

Essay: Nach Hause kommen

Barbara Kaufmann, 14.12.2022

Der Dezember ist die Zeit, um einander wiederzusehen, alte Freundschaften aufleben zu lassen, die Familie zu besuchen und gemeinsam der Dunkelheit zu trotzen.

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Nie bin ich durch größere Finsternis gestapft, habe mehr gefroren, mich verlorener gefühlt als an jenem Weihnachtsabend vor fast 30 Jahren in einem Waldstück im Kärntner Mölltal. Mein Vater, selbst am Rande eines Dorfes aufgewachsen, da, wo schon der Wald begann und die Bäume ihre Äste nach den Bewohnern auszustrecken schienen, hatte sein Leben lang mit der Stadt gefremdelt. Mit den abgezirkelten Gärten, den Wohnhäusern ohne Aussicht, den engen Gassen. Er hatte die Weite vermisst, die Ruhe, den Geruch der Bäume und des Schnees. An diesem Weihnachtstag hatte er eine Hütte am Berg gemietet, in der er mit uns feiern wollte. Und wahrscheinlich war es seine Absicht gewesen, uns all das zu zeigen, was ihm aus seiner Kindheit fehlte. Verbunden mit der Hoffnung, dass wir ihn so vielleicht besser verstehen würden. Die sollte sich zunächst eher nicht erfüllen.

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