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Kurz nach der Sommerurlaubszeit schickte Falstaff per E-Mail einen Fragenkatalog an namhafte internationale Auktionshäuser und Weinhändler. Ziel war es, herauszufinden, wie sensibilisiert diese Profis für Fälschungen sind, wie sie diese erkennen und damit umgehen. Nach einem Tag: keine Antwort. Nach einer Woche: keine Antwort. Nach einem Reminder: noch immer Funkstille. Erst persönliche Aufforderungen am Telefon entlockten dem einen oder anderen zaghafte Aussagen. Letztendlich verweigerte nur eines der sechs befragten Auktionshäuser ein Gespräch; von fünf befragten Händlern und Brokern, die am Sekundärmarkt agieren, antworteten drei (siehe Infokasten). Zunächst wollten wir wissen, wie hoch diese Profis den Anteil von Falsifikaten auf dem Sekundärmarkt wähnen – die Antworten unterschätzten den Umfang enorm. Die höchste genannte Zahl lag bei gerade einmal fünf Prozent – wobei Uwe Bende vom deutschen Weinforum Ruhrgebiet immerhin noch anmerkte, dass wohl mindestens die Hälfte gewisser Bordeauxweine aus den 1940er-, 50er- und 60er-Jahren gefälscht sei. Auch Koppe & Partner schickte uns den Auszug einer Blacklist besonders häufig gefälschter Flaschen. Dennoch ist sich selbst unter den Auktions- und Brokerage-Profis nur vereinzelt jemand des vollen Umfangs bewusst. Selbst bei den sensibleren richtet sich das Augenmerk ganz eindeutig auf alte, begehrte Jahrgänge aus Bordeaux und Burgund – Rhôneweine etwa und Super-Tuscans wurden nur am Rande erwähnt. Dass zudem auch häufig aktuelle Jahrgänge namhafter Weine aus Frankreich, Italien und USA gefälscht werden, erwähnte kein einziger der Befragten.
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