Falstaff FBI: Wie Händler ihre Augen vor Fälschern verschließen

Anne Krebiehl MW, 14.01.2018

Experten schätzen, dass zwanzig Prozent aller Weine, die auf dem Sekundärmarkt gehandelt werden, Fälschungen sind. Wie gehen Auktionshäuser und Weinhändler damit um? Falstaff startete eine Umfrage.

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Kurz nach der Sommerurlaubszeit schickte Falstaff per E-Mail einen Fragenkatalog an nam­hafte internationale Auktionshäuser und Weinhändler. Ziel war es, herauszufinden, wie sensibilisiert diese Profis für Fälschungen sind, wie sie diese erkennen und damit umgehen. Nach einem Tag: keine Antwort. Nach einer Woche: keine Antwort. Nach einem Reminder: noch immer Funkstille. Erst persönliche Aufforderungen am Telefon entlockten dem einen oder anderen zaghafte Aussagen. Letztendlich verweigerte nur eines der sechs befragten Auktionshäuser ein Gespräch; von fünf befragten Händlern und Brokern, die am Sekundärmarkt agieren, antworteten drei (siehe Infokasten). Zunächst wollten wir wissen, wie hoch diese Profis den Anteil von Falsifikaten auf dem Sekundärmarkt wähnen – die Antworten unterschätzten den Umfang enorm. Die höchste genannte Zahl lag bei gerade einmal fünf Prozent – wobei Uwe Bende vom deutschen Weinforum Ruhrgebiet immerhin noch anmerkte, dass wohl mindestens die Hälfte gewisser Bordeauxweine aus den 1940er-, 50er- und 60er-Jahren gefälscht sei. Auch Koppe & Partner schickte uns den Auszug einer Blacklist besonders häufig gefälschter Flaschen. Dennoch ist sich selbst unter den Auktions- und Brokerage-Profis nur vereinzelt jemand des vollen Umfangs bewusst. Selbst bei den sensibleren richtet sich das Augenmerk ganz eindeutig auf alte, begehrte Jahrgänge aus Bordeaux und Burgund – Rhôneweine etwa und Super-Tuscans wurden nur am Rande erwähnt. Dass zudem auch häufig aktuelle Jahrgänge namhafter Weine aus Frankreich, Italien und USA gefälscht werden, erwähnte kein einziger der Befragten.

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