Falstaff Icons: IWC - Die wahre Größe der Zeit

Thomas Martinek, 16.06.2013

Die International Watch Company begann als amerikanischer Traum – und wurde mit Schweizer Präzision zum Leben erweckt.

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Die Geschichten exklusiver Schweizer Luxusuhren beginnen meist so: »In einer kleinen Uhrenmanufaktur im Valle de Joux …« Nicht so die von IWC. Die Story der International Watch Company beginnt wie jede amerikanische Geschichte – als großer Traum. IWC wurde 1868 vom amerikanischen Uhrmacher und Ingenieur Florentine Ariosto Jones gegründet, und zwar gleich als Aktiengesellschaft. Er fasste den Entschluss, in der Schweiz qualitativ hochwertige Uhren für den US-Markt fertigen zu lassen. Die Schweiz war aus seiner Sicht ein attraktiver Standort, weil dort qualifizierte Uhrmacher zur Verfügung standen und das Lohnniveau unter (!) dem der USA lag. Doch in Genf und den abgelegenen Juratälern der Westschweiz stand man Jones’ Plänen skeptisch gegenüber. Seit dem 17. Jahrhundert arbeiteten Uhrmacher dort zu Hause oder in kleinen Ateliers. Jones hingegen träumte von einer modernen Manufaktur mit straffem Management. Die Firmengründung sowie der Kauf von Maschinen und die Errichtung des Neubaus für die Produktion in Schaffhausen 1875 verschlangen aber mehr Geld als ge­plant, sodass Jones seinen Plan aufgab und zurück in die USA ging. Auch seinem Nachfolger Fred Seeland gelang es nicht, IWC in die schwarzen Zahlen zu führen. Die Wirtschaftskrise in Europa und die hohen Einfuhrzölle wirkten sich negativ auf die Geschäfte aus. Seeland verließ IWC 1879. Nachdem zwei amerikanische Geschäftsführer den Betrieb gelenkt hatten, kaufte der Schaffhausener Industrielle Johannes Rauschenbach-Vogel 1879 die IWC. Unter seiner Leitung und später unter der seines Sohns gelang der wirtschaftliche Durchbruch. Enkelin Emma Marie Rauschenbach heiratete den berühmten Psychologen und Psychiater Dr. Carl Gustav Jung, ihre Schwester Bertha Margaretha nahm den Industriellen Ernst Jakob Homberger zum Mann. 1929 übernahm dieser den Anteil seines Schwagers C. G. Jung und wurde Alleininhaber von IWC. Spezialuhren für Piloten 1936 setzte IWC ein Zeichen, das die Marke zu einer Ikone der Uhrmacherkunst machen sollte: Die erste »Spezialuhr für Flieger« wurde lanciert. Piloten orientierten sich damals mithilfe von Taschen- und Armbanduhren für Flieger gab’s noch selten. Die erste IWC-Spezialuhr für Flieger verfügte bereits über ein stabiles Glas, eine Drehlünette mit Registrierzeiger für Kurzzeitablesung, eine antimagnetische Gangpartie sowie stark kontrastierende und bei Dunkelheit leuchtende Zeiger.

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