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Herrlich blühen die Felder und die Bäume auf den Streuobstwiesen rings um die Obsthöfe. Erwartungsfroh blicken die Bauern auf die bevorstehende Ernte und sorgen sich doch ein wenig, welchen Einfluss die heftigen Stürme dieses Sommers auf den Ertrag ausüben. So manche Birne und so mancher Apfel wird den Weg durch die Brennblasen und in die Flasche finden, um in flüssiger Form den Gaumen zu verwöhnen. Einige der gewonnenen Destillate werden einen finalen Feinschliff durch eine Reifung im Holzfass erfahren. Eine zunehmende Schar von Genießern weiß das zu schätzen. Die Konsumenten entwickeln neue Freude und Wertschätzung für die hochwertigen Produkte aus der Region. Geistreich bemerkte schon der Dichter Joachim Ringelnatz: »Die besten Vergrößerungsgläser für die Freuden dieser Welt sind die, aus denen man trinkt.« Wie entsteht ein Geist? Aber hier soll es nicht um Geist gehen. Ein Geist entsteht in der Regel, indem zerkleinerte, unvergorene Früchte in neutralen Alkohol eingelegt werden, um eine Mazeration in Gang zu setzen. Der Alkohol entzieht dabei die Aromen, und im Anschluss erfolgt die Destillation zu einem Geist. Das Verfahren wird meist dann angewandt, wenn die Früchte – beispielsweise Himbeeren – nicht genug Zucker enthalten, um eine Maischegärung zu ermöglichen.Bei Fruchtbränden hingegen – auch Wässer genannt – erfolgt die Herstellung auf der Grundlage einer Maische. Es ist also genug Zucker enthalten, dass Hefen einen Gärprozess auslösen und den Fruchtzucker in Alkohol umwandeln können. Es entsteht ein Obstwein, der dann wiederum destilliert wird. Am Ende steht im Fall der fassgereiften Brände eine aromatische Abrundung im Holzfass – oft über mehrere Jahre.
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