Genuss statt Überfluss: Die Geschichte von Sir John Falstaff – und von einem Magazin

Joachim Riedl, 05.08.2025

Er gilt bis heute als Schutzpatron der Schlemmer und Geniesser: Der von William Shakespeare erdachte Prototyp eines völlernden Landadeligen, der vor 44 Jahren zum Namensgeber des inzwischen wichtigsten deutschsprachigen Genussmagazins erkoren wurde. Und ein Blick in die Kulinarik-Geschichte zeigt: Jede Epoche braucht ihren eigenen Falstaff.

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Südengland zu Beginn des 17. Jahrhunderts. In einem Städtchen unweit von Windsor Castle frönt ein Genussmensch par excellence verschwenderischem Lebensstil. Sir John Falstaff ist ein gewich­tiger Schlemmer, strotzt vor Selbstüberschätzung und ist in allerlei Machenschaften verwickelt. Berühmtheit erlangt er aber durch seinen unstillbaren Hunger. William Shakespeare hat die Figur als Archetyp ­seiner Epoche erfunden: Indem sich Falstaff Unmengen an Speis und Trank einverleibt, drückt er seine Zugehörigkeit zur gehobenen Klasse aus, die es sich im Gegensatz zu all den anderen Hungerleidern, der großen Mehrheit der Bevölkerung, leisten kann, im Überfluss zu leben. Ist der Geldbeutel mitunter auch klamm, an einem üppigen Mahl darf es nie mangeln.

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