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Patron Werner Bouhs kann seinen Gästen 1000 verschiedene Weine kredenzen, deshalb auch der klingende Name »Wein am Rhein«. Aber das modernistische Restaurant gleich hinterm Hauptbahnhof hat mehr zu bieten. Küchenchef Philipp Schneider, 26, der aus dem Schwarzwald kommt und bei Vincent Klink und Dieter Müller gelernt hat, ist wahrscheinlich einer der talentiertesten jungen Köche Deutschlands. Kompromisslos bei der Qualität der Produkte, die zum Großteil direkt aus Köln und Umgebung kommen, und bei der Zubereitung puristisch, trotzdem sehr stark an Aromen orientiert – das ist Schneiders Küchenlinie. Auf der Speisekarte liest sich das als Stakkato-Dreiklang, bei den Vorspeisen etwa: Pulpo/Bulgur/Tomaten-Tapenade oder Kalbstafelspitz/Liebstöckelvinaigrette/Feldsalat. Ähnlich knapp die Hauptgerichte: Lachsforelle/Fenchel/Kresserisotto oder Ochsenbacke/Muskat-Kürbis/Polenta. Auch bei den Desserts gibt’s kein »um« oder »an«: Armer Ritter/Vanillesauce/Schokoladeneis oder Schokoladenfondant/Blutorangen/Champagnereis – knapper geht’s nicht mehr. Verblüffend ist die Preisgestaltung. Während man am Abend mit etwa 60 Euro bei drei Gängen und einem guten Glas Wein »normale« Preise verlangt, ist der Mittagstisch ein Preishit: zuerst Kürbis-Curry-Suppe, dann Schweinebraten/Kümmelkraut/Brotknödel um wohlfeile 14,80 Euro. Kein Wunder, dass im »Wein am Rhein« auch zu Mittag reserviert werden muss. Lobend sei erwähnt, dass täglich 25 offene Weine angeboten werden – vom pfälzischen Riesling des Weinguts Schäfer über den Grauburgunder vom Weingut Bercher bis zum hervorragenden Châteauneuf-du-Pape 2007 von der Rhône ist glasweise alles vertreten, was Weinfreunden Spaß macht. (HM)
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