Grillen: Glühende Liebe

Philipp Elsbrock, 29.05.2019

Ein Feuer anzünden, herunterbrennen lassen und über der Hitze rohes Fleisch garen: Kaum eine
Technik aus der Küche ist so alt wie das Grillen – und kaum eine lieben wir mehr.

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Man muss ja froh sein, dass Grillen überhaupt noch erlaubt ist. Genau genommen sprächen einige Gründe für ein sofortiges und dauerhaftes Verbot: die Emissionen! Bergeweise Fleisch! Und dann die unerhörte Männerdominanz! Glücklicherweise scheint das in diesem Fall kaum jemanden zu stören. Die ursprünglichste Ernährungsform überhaupt steht auch 800.000 Jahre nach ihrer Premiere hoch im Kurs – so lange halten Forscher das gezielte Garen über Feuer für gesichert. Auf die Frage, ob sie im Sommer gern grillen, antworteten in Deutschland 95 Prozent aller Befragten mit Ja. 72 Prozent aller Österreicher haben einen eigenen Grill zu Hause, und in der Schweiz wird im Durchschnitt alle neun Tage »grilliert«. So weit die Zahlen, jetzt zum Gefühl. Das Wort Faszination sollte man nicht leichtfertig gebrauchen, aber in diesem Fall scheint es angebracht: Sämtlichen Trends zu achtsamer Ernährung, zu Gemüse und ständiger Selbstoptimierung zum Trotz lässt sich der Mensch von Feuer, glühender Kohle und darüber platziertem Fleisch in den Bann ziehen – unser biologisches Erbe bahnt sich hier mit Macht einen Weg in die Gegenwart. Nach wie vor ist Grillen fast ausschließlich Männersache, das ergab zumindest eine Umfrage des Autors im Freundeskreis. So weit, so alt.

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