Jahrgangs-Champagner 2008: Klassische Finesse

Peter Moser, 19.12.2018

Schon lange wurde kein Champagner-Jahrgang mit so viel Sehnsucht erwartet wie der 2008er. Jetzt ist er erhältlich und lässt die Vorfreude voll berechtigt erscheinen. Falstaff präsentiert Ihnen die Favoriten.

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Seit die ersten repräsentativen Cuvées aus 2008 den Markt erreicht haben, schwelgen Champagner-Liebhaber in aller Welt fasziniert über die Qualität dieses Jahres. Tyson Stelzer, der renommierte Champagner-Kenner und -Kritiker, hat eine schöne Definition für diesen herausragenden Jahrgang gefunden: »Es ist ein Jahrgang von klassischer Finesse, kristallklarer Reinheit, eng verzurrter Säurestruktur und monumentaler Langlebigkeit.« Langsam, aber sicher reift nun auch bei den weniger Champagner-Kundigen die Erkenntnis heran, dass es sich bei 2008 um einen Jahrgang handelt, der möglicherweise auch den gigantischen 1996er überholen könnte. Für Richard Geoffroy, den scheidenden Kellermeister von Dom Pérignon, war dies ein ganz und gar wundersames Jahr. »Die erste Hälfte des Jahres sah noch alles andere als vielversprechend aus, auf einen feuchten, stürmischen Frühling mit eher später Blüte folgte ein eher kühler, sonnenarmer und eigentlich niederschlagsarmer Sommer. Gegen Ende des Sommers stellten sich aber sonnige Tage ein, denen recht kühle Nächte folgten, der Frühherbst brachte dann fabelhafte Erntebedingungen. Im Nachhinein kann man sagen: Einen besseren Ablauf hätte man sich eigentlich gar nicht wünschen können, alle Faktoren passten optimal für die perfekte Champagnertraube zusammen.« Perfekte Zuckerreife, gute aromatische Konzentration und tolle Säurewerte ließen die Winzer bereits im folgenden März bei der Verkostung der Vins Clairs erkennen, dass sie hier perfekt balancierte Grundweine mit großem Potenzial im Keller hatten. Bei Pol Roger ist man felsenfest überzeugt, mit 2008 den größten »Sir Winston Churchill« seit dem legendären 1988er erzeugt zu haben. »Das ist der Wein, in den es unbedingt zu investieren gilt, denn den wird kein Pol-Roger-Fan auslassen wollen.« Und da kommt nun ein veritables Problem auf den privaten Champagner-Freund zu. Die Häuser werden nicht nur ihre Preise anheben, auch die Allokationen für den Handel werden knapper bemessen. Es wird damit wohl schwieriger werden als sonst, an die gewünschten Top-Champagner heranzukommen. Klar ist aber auch: Es wird eine doppelt lohnende Investition, denn entweder genießt man selbst oder man darf mittelfristig mit einer ziemlich sicheren Preissteigerung rechnen. Gewiefte Weinhändler werden zunächst selbst einen Teil der Lieferungen einbunkern, denn der nächste wirklich sehr gute Jahrgang wird wohl erst 2012 sein, der bereits mit dem feinen 2002er verglichen wird. Wer also Hand an den wirklich großen Jahrgang 2008 legen will, muss mit dem Händler seines Vertrauens ein ernstes Wort reden, speziell, wenn man in rarere Cuvées und Formate investieren möchte. Falstaff stellt Ihnen eine erste Auswahl an Favoriten aus dem Jahrgang 2008 vor, die bereits verfügbar sind. Im Laufe der kommenden Monate und Jahre werden noch weitere Top-Champagner folgen.

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