Kulinarisches Portrait: Mexiko

Barbara Dopplinger, Bernhard Degen, 03.01.2019

Scharfe Chilis, Maistortillas und brennende Spirituosen: Mexikos Cuisine erzählt eine Geschichte über die Vergangenheit – von den Maya und Azteken über die Kolonialzeiten bis heute.

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Guadalajara, 13 Uhr mittags: Die mexikanische Sonne scheint auf die Stadt. Verschiedene Gerüche steigen einem in die Nase – von gebratenem Fleisch, scharfen Chilis, die einem die Tränen in die Augen schießen lassen, zu Koriander und Limettensauce. Neben den kleinen Ständen sitzen ganze mexikanische Großfamilien auf Plastiksesseln beisammen und essen. Überall steigt der Dampf auf und verbreitet Hitze. Lauthals wird geredet, gelacht und gegessen. Zwischendurch spielen die Kinder auf der Straße. Die Schreie der Verkäufer fügen sich in die laute Geräuschkulisse perfekt ein. Es ist ein Chaos. Ein herrliches Chaos. Richtig mexikanisch. Für umgerechnet fünf Euro gibt es »Tacos de Pastor«, »Tacos de Asado« und »Tacos de Chorizo« – einer der besten Fleischsorten, wenn es sich um Tacos dreht. Gleich nach der Bestellung, greift die Köchin in einen großen Korb, der mit einem Geschirrtuch zugedeckt war, und holt frische Maistortillas heraus. Mit einer routinierten Handbewegung wirft sie die Tortillas auf den Grill. Dabei wird an Öl nicht gespart. Es brutzelt und duftet. Das Fleisch wird auf den Maistortillas serviert (man erhält immer zwei, damit sie auch als Fingerfood essbar sind). In großen Eimern kann man sich nun selbst »Pico de Gallo« (ein Gemisch aus Zwiebel, Tomaten und Koriander), grüne Salsas, rote Salsas und manchmal Guacamole hinzugeben. Die musikalische Unterhaltung lässt auch nicht lange auf sich warten. In der Stadt der Mariachimusik finden sich an schönen Tagen viele Männer in traditioneller Kleidung mit Instrumenten, die einen gerne auch mal auf seinem Weg ein Stück begleiten und musizieren. Sie spielen einen mexikanischen Klassiker und die Mexikaner stimmen mit ein. Bald singt die ganze Straße. Von Stress fühlt man hier nichts. Ein simples Mittagessen kann hier zum mehrstündigen Event werden und man spürt die bekannte mexikanische Lebensfreude fast nirgendwo so extrem, wie beim Essen. Klar, denn die Mexikaner lieben ihre traditionelle Küche.

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