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Ja, das »Bareiss« ist hoffnungslos uncool. So uncool, dass ein Hipster wohl vor Entsetzen jaulen und »Too much!« stöhnen würde. Ich bin kein Hipster, sondern ein 55-jähriger Gern- und Vielesser, der im Leben gelernt hat, dass es nicht nur auf den Schein ankommt. Das uncoole Drumherum habe ich sowieso nach der ersten halben Stunde vergessen, als mir der Champagner zu einem hinreißenden Kohlrabi-Apfel-Amuse mit tiefer, hintergründiger Süße, und der Süßwein zur sämig-schmelzend-würzigen Gänseleber mit Weinbergpfirsich sanft zu Kopf gestiegen sind. Apropos Hipster: Da saß am Nachbartisch ein junger Mann aus Israel mit Bart und Pferdeschwanz, allerdings auch mit Krawatte und seinem Vater. Überhaupt viel internationales Publikum. »Das brauchen wir auch«, sagt Restaurantleiter Thomas Brandt. Dem jungen Mann jedenfalls schmeckte es genauso gut wie mir. Satter Safrangeschmack bei den geflämmten Jakobsmuscheln und mediterraner Flash beim Petersfisch mit Pesto und Auberginen. Vom Bries bekam ich allerdings nicht sehr viel mit: Zu viel Räucheraroma überdeckte den Geschmack.
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