Minimalismus, der überzeugt: Tibor Werzls Küche im »Five«.

Restaurant der Woche: Five

Sophia Schillik, 28.08.2017

Einfache Küche, die mit Aromatik und ungewöhnlichen Kombinationen den Gaumen schmeicheln, gibt es in Tibor Werzls »Five« zu probieren.

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»Five a day«, rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung und meint damit sicherlich nicht fünfmal am Tag Currywurst-Pommes-Schranke, auch wenn der eine oder andere Bochumer sicher nichts gegen eine solche Empfehlung einzuwenden hätte. Das im Hellweg gelegene Restaurant »Five« zeigt, dass Bochum weitaus mehr kann. »Pure food society« lautet der Untertitel, was übersetzt so viel bedeutet wie Anlaufstelle für Gleichgesinnte: Konzipiert als kreative Spielwiese, ist der gerade einmal zwanzig Sitzplätze fassende Laden mit das Spannendeste, was der Ruhrpott derzeit zu bieten hat. Das liegt in erster Linie daran, dass man hier kocht, was man selbst liebt. Serviert werden, dem Namen Tribut zollend, in einem zwanglosen Ambiente zwei Menüs à fünf Gänge, eines davon ist vegetarisch. Das Bavette vom Tajima-Rind ist butterzart und geschmacksintensiv, serviert mit Schwarzwurzelchips und Röstgemüsesud – ein Feuerwerk würziger Aromen. Etwas feiner der Gang mit Kingcrab, Crabcake, Gurke und Rettich. Die Kombination aus Farnspitzen, jungem Gemüse und gepufftem Reis ist originell, man vermisst weder Sterneküche-Attitüde noch Fleisch. Einfallsreich umgesetzter Purismus ist oberstes Prinzip, überflüssiger Opulenz hat man den Laufpass gegeben. Das »Five« steht für einen bewusst gewählten Minimalismus, daneben gehört die Verarbeitung besonders guter Zutaten zu den Grundideen des Restaurants. Die können mal schlicht sein, mal extravagant.

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