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Welch eine Story: Da verlassen Küchenchef und Sommelière das einzige Sternerestaurant im weiten Umkreis, um ein eigenes Restaurant aufzumachen – und dann auch noch in einer ehemaligen Bedürfnisanstalt mit dem rätselhaften Namen »Jante«. Kein Wunder, dass die Gäste wie Herden Verdurstender zu dieser neuen Quelle kulinarischer Freuden strömen. Dass die dreißig Plätze auf Monate ausgebucht waren, ist aber der Qualität von Tony Hohlfelds Küche und dem souveränen Charme der Gastgeberin Mona Schrader geschuldet. Man gibt sich modisch. Im nordisch gestylten Lokal (geschlämmter Dielenboden, Melkeimer für die Weinkühlung) wird vorzugsweise in bunten Keramikschalen angerichtet. Auf der kleinen Karte das »Menü Eifrig« und »Menü Besinnt«, dazu eine »Freie Wahl« mit À-la-carte-Vorspeisen wie »Saibling, Spargel, Fichte« und Hauptgerichten wie »Rind, Bete, Einlegegurke, Zwiebel« nach Zwischengerichten wie »Steinpilz, Lauch, Holz«. Glücklicherweise sind die Teller nicht so lakonisch wie ihre Announcements. Hohlfelds »innovative und saisonale« Küche vereint Saiblingsfilet, Spargel (!) und Milchhaut à la Redzepi mit Wildkräutern, glänzt mit toller Taube, Himbeere, »Heu« und der neumodischen, aber stimmigen Zutat frischer Kopfsalatblätter und kann beim etwas weichen Kabeljau mit Haselnüssen und Blumenkohl auch einmal für Überfüllung sorgen.
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