Restaurant der Woche: Neobiota

Julian Preuten, 15.04.2019

Bis 15 Uhr wird Frühstück serviert. Danach verwandelt sich das Kölner Lokal und die Haute Cuisine hält Einzug. Perfekte Kombination mit einem Michelin-Stern.

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Mit ihrem eigenen Restaurantteam sind Sonja Baumann und Erik Scheffler angetreten, ihre innovative Kreativküche in neuem Umfeld zu eta­blieren und nebenbei noch das Kölner Frühstücksangebot zu revolutionieren. Neun Monate nach der Eröffnung des »Neobiota« lässt sich festhalten: Beides ist gelungen. Dass in dem leicht versteckten, aber mitten in der Innenstadt gelegenen Restaurant bis nachmittags um 15 Uhr hochwertiges Frühstück zubereitet und serviert wird, hat sich in Köln schnell herumgesprochen. Und für ihre Menüs waren Baumann und Scheffler schon im Golfclub »Gut Lärchenhof« vor den Toren Kölns mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet worden. Den Stern haben die Küchenchefs in der diesjährigen Verleihung fürs »Neobiota« bestätigen können, wobei man davon ausgehen kann, dass er für den abendlichen Teil das Angebots verliehen wurde. Auf die Tische aus Holz und Beton kommen Menüs von vier bis acht Gängen (75 bis 125 Euro; mit Getränkebegleitung, zu der auch Wasser und Kaffee gehören, 100 bis 200 Euro). Jedes beginnt mit dem Wikingermüsli, einer stimmigen, cremig-knusprigen Kreation aus Fischhaut, Kartoffeln und Meerrettich, die ebenso wie viele der anderen Gerichte mit dem Löffel gegessen wird. »Wohlfühlküche« nennen die beiden Chefs das, und da gehört auch dazu, dass Baumann und Scheffler auf geschickt ausgewählte Produkte wie die perfekt gegarte Taubenbrust setzen, die mit bunter Beete und Holunder harmoniert. Schmerzlich erscheint der Verzicht auf eine umfangreichere Weinkarte, die nur rund 50 Positionen umfasst. Der Fokus auf Südosteuropa passt aber zum unkonventionellen Ansatz.

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