Schnaps aus der Stadt

Patricia Astor, Philipp Elsbrock, 02.05.2019

Gin, Rum und jetzt auch Whisky: Falstaff zeigt einige der besten Brennereien und Destillerien, die direkt in Großstädten produzieren.

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Vor kurzem hat Thorsten Frerichs eine alte SMS im Handy gefunden. Ihm sei aufgefallen, schrieb sein damaliger Chef, dass Frerichs neuerdings häufiger ohne Krawatte ins Büro komme. Ob er vorhabe das zu ändern? »Da ist mir wieder klar geworden, dass ich meinen alten Job nicht vermisse«, sagt Frerichs. Jetzt brennt er, und zwar nicht nur für das, was er macht – sondern das, was er macht, ist Brennen. Frerichs hat neben seinem Job als Barbetreiber, Geschäftsführer und Unternehmensberater noch einen weiteren dazu bekommen: Schnapsbrenner. Und das mitten in Hamburg. Im früheren Arbeiterviertel Bahrenfeld, in einer ehemaligen Marzipanfabrik, steht eine kupferne Destillationsanlage im Wert von einem Einfamilienhaus. Von hier kommt, wenn alles gut geht, künftig Hamburgs erster Whisky. Ein Single Malt, also ein Whisky von einer einzigen Brennerei, auf Basis von Malz. Frerichs, 35, ein schlaksiger Typ mit Brille und Bart, öffnet an diesem Aprilmorgen ein großes Plastikfass, das bis knapp unterm Rand mit klarem Alkohol gefüllt ist. »Unsere ersten 120 Liter«, sagt er. Ein strenger Duft zieht in die Nase, der mit Whisky noch nicht viel zu tun hat. Was in den Fässern liegt, ist die Rohware, hergestellt aus dem Wash, das von einer befreundeten Brauerei kommt. Noch unverdünnt und nicht veredelt. Dieser Malzbrand muss noch in Fässern lagern. Frerichs hat sich für Four Roses Bourbon entschieden – »denn den schenken wir auch aus«.

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