Severin Corti über das Meer in der Wiener Küche

Severin Corti, 22.04.2026

Wenige Zutaten sind so eindeutig mit der Wiener Küche verknüpft wie Sardellen. Die eingesalzenen und dann in Öl konservierten kleinen Fische gelten längst als ganz große Delikatesse für Gourmets. Bei uns haben sie seit Jahrhunderten einen Fixplatz als ebenso diskrete wie unverzichtbare Würze – fürs Beuschel, aber auch fürs Wiener Schnitzel.

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Die Wiener Küche ist bekanntlich auch deshalb eine der großen ihrer Art, weil sie es stets verstanden hat, mit unersättlich imperialem Appetit über den Tellerrand zu schauen und all das, was ihr da draußen an Köstlichem und Integrationswilligem unterkommt, sogleich in den eigenen Kanon zu überführen. Aber nicht etwa als Kopie oder schlichte Aneignung (obwohl auch das vorgekommen sein soll), sondern in einem kreativen Akt des Einwienerns und mit dem ureigenen Verständnis des Wohlgeschmacks in Einklang Bringens, wie es nur die wirklich Großkopferten draufhaben.

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