Werbung
Gleich zu Beginn zündet »Titus« Dieter Grubert eine Bombe: Sein Amuse-Gueule nennt sich bescheiden »Spargel mit Schinken und Kabeljau« – und dann kommt ein wunderschön komponierter Teller mit sage und schreibe elf Komponenten daher, unter anderem mit zweierlei Spargel (als Tagliatelle und süß-sauer), herrlich duftendem geflämmtem Mozzarella, Saiblingskaviar, kleinen Mairitterlingen und kandierter Pomelo. Alles ist winzig und feinst aufeinander abgestimmt. Dann der Bruch, aber einer, der nicht weh tut. Die Glanzlichter seines großen Degustationsmenüs sind die Taubenbrust mit Gewürz-Mango, der Purple-Curry-Spargel und Amarant, der absolut perfekte St. Pierre auf roten Zwiebeln und Vadouvan-Grünspargel wie auch der in feine Tranchen geschnittene Lammrücken mit Ras el-Hanout, Beluga-Linsen und Schnippelbohnen. Und wieso soll das ein Bruch sein? Ganz einfach: All diese Gerichte präsentieren sich – im Vergleich zum Amuse-Gueule – als fast schon bescheiden einfach dekoriert am Teller. Grubert konzentriert sich hierbei auf den Geschmack. Titus (ein Spitzname aus Kindertagen) steht mutterseelenallein in seiner winzigen Küche und kreiert dies und noch vieles mehr, etwa das legendäre Hanfmenü anlässlich der Freigabe des Anbaus der Grünpflanze in Deutschland. Oder seine ebenso frechen wie meisterlichen Kopien aus Ferran Adriàs Schwarzem Buch.
Werbung