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Auch an der Mosel fiel die regionale Vorentscheidung für den deutschen Spätburgunderpreis denkbar knapp aus. Am Ende der verdeckten Probe standen zwei Weine mit fast gleicher Punktzahl nebeneinander, die stilistisch kaum unterschiedlicher sein konnten. Der klassisch kühle und mineralische Pinot noir *** aus der Lage Himmelreich in Graach und der extravagante, opulente fast schon liquoreuse Spätburgunder "R" vom Weingut Grumbach in Lieser. Nach einer erneuten Verkostung mit etwas mehr Luft war ews dann ein Herzschlagfinale, bei dem der Molitor-Wein die Nase denkbar knapp vorn hatte. Beide Weine kommen aber mit 91 Punkten ins Finale. Auch wenn sich Markus Molitor einmal mehr den Regionalsieg sicherte und dazu auch noch den Platz 4, es ist dennoch auffallend, dass die Phalanx der Spitzenbetriebe beim Pinot noir breiter geworden ist als noch vor einigen Jahren, als Molitor den Wettbewerb noch souverän dominierte. Jetzt mischen auch Namen wie Richard Richter, Lehnert-Veit und vor allem Grumbach mit. Allerdings hat sich der Molitor Himmelreich *** Pinot noir durch seine jahrelange konstante Qualität inzwischen einen gewissen Nimbus eworben, der sich auch im Preis niederschlägt. Mit 82,50 Euro ist er einer der teuersten deutschen Rotweine. Es ist einer der wenigen Weine neben Stoddens Alten Reben, den beiden Kesseler Pinot noirs, Hubers Wildenstein sowie den Pinots von Becker in der Pfalz und Fürst in Franken, der auf dem besten Wege ist Kult zu werden.
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