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Nach Chia, Avocado, Gojibeeren und grünen Smoothies kommt nun die Knochenbrühe als Superfood dran. Eine Speise, die die Menschheit isst, seitdem sie Feuer machen kann, die in allen Kulturen in unterschiedlichen Varianten vertreten und stets Sinnbild grundlegender Hausmannskost war und ist. Amerikanische Medien, Stars und Sternchen feiern heute die Knochenbrühe, »Bone Broth«, als Wellnesselixier im Häferl oder Pappbecher. Denn Suppe wird nicht mehr gelöffelt, Suppe wird »on the go« getrunken. Begründer und Testimo-nial des Trends ist der Starkoch Marco Canora, der im November 2014 eine Suppentheke in Manhattan eröffnet hat: das »Brodo« (italienisch für Brühe). Der Run liegt – wie kann es anders sein – an den gesundheitlichen Versprechen: Die Brühe soll Haut und Haare zum Strahlen bringen, der Verdauung auf die Sprünge helfen, die Laune heben, sogar Depressionen mindern, Knochen, Gelenke und Gewebe stärken, Entzündungen eindämmen, gegen Erkältungen wirken, die Rekonvaleszenz beschleunigen und Anti-Aging-Effekte haben. 200 bis 400 Leute stellen sich täglich im »Brodo« um einen Becher Brühe vom Rind, Huhn, Lamm, Kalb, Fisch oder Truthahn an. Längst gibt es auch Gemüse- oder Pilzinfusionen. Für geschmackliche Variation sorgen Ingwersaft, Chiliöl, Knochenmark, Shiitake-Tee, geröstetes Knoblauchpüree, frische Kurkuma oder Kokosmilch. Die starke Nachfrage lässt auch zahlreiche andere Anbieter gut leben, allen gemeinsam ist die Vision: Brühe jeglicher Art soll Kaffee ersetzen – und nicht nur den. »Ich dachte, eine Tasse Brühe ist im Grunde Fleisch-Tee«, sagt etwa der Belgier David Vandenabeele, Küchenchef im New Yorker »Langham Place Hotel«. Dort steht nun Chicken-Tea für zwölf Dollar auf der Speisekarte.
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