Marineblau und Rot sind die beherrschenden Farben im »Saison«.
 

The Food Travel Biz: Verpflegung an Verkehrsknotenpunkten

Michael Pöcheim Pech, 17.05.2017

Das Milliardengeschäft mit Foodkonzepten an Verkehrsknotenpunkten: Wie funktioniert der Markt? Wer sind die Big Player? Und wie steigt man am besten ein?

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Gordon Ramsay macht keine halben Sachen. So setzte er auch mit seinem Restaurant »Plane Food« am Flughafen London Heathrow eine Punktlandung. Das Konzept: ein Express-Menü – serviert, gegessen und bezahlt innerhalb von 35 Minu­ten. Die Gäste fliegen auf kulinarische Ideen wie diese. Ganz so einfach umzusetzen, wie es klingt, ist es dann aber doch nicht, sagt Cornelius Everke, Deutschland-Geschäftsführer von »SSP – The Food Travel Experts«, einem der weltweit führenden Verkehrsgastronomieunternehmen, das an etwa 130 Flughäfen sowie 290 Bahnhöfen mehr als 2000 Lokale betreibt. 2016 steigerte man den Umsatz auf mehr als zwei Milliarden Euro. Seit Kurzem ist man auch im Besitz einer Lizenz für die Restaurants von Jamie Oliver, der derzeit stark expandiert. »Auch er musste das Travel-Geschäft zunächst tiefer verstehen«, so Everke. »So war Jamie bei seiner Premiere am Flughafen Gatwick damit konfrontiert, dass bei den langen Öffnungszeiten ab 5.30 Uhr morgens natürlich Frühstück sehr gefragt war, was vorher noch nicht Bestandteil seiner Menükarte war.« In den vergangenen zehn Jahren hat sich das Konsumverhalten im Reiseumfeld ­komplett geändert: Immer mehr Fluglinien reduzieren ihr Foodangebot. Was früher undenkbar war – nämlich mit einem Papp­becher in die Maschine zu steigen –, gilt ­heute als normales Bild. Hinzu kommt, dass die Ver­mieter an Bahnhöfen und Flughäfen zu­neh­mend wie die Betreiber der Shoppingcenter agieren: Gefragt sind bekannte Marken. Kaum verwunderlich, dass auch in diesem Business »Starbucks« oder »McDonald’s« zu den Riesen zählen. Wichtig für die Flughäfen sei der Mix der Marken, sagt Jana Schwab vom Airport Frankfurt, Deutschlands größtem Flughafen mit 61 Millionen Passagieren pro Jahr. »Oberstes Ziel ist es, für jeden Standort und die dortigen Zielgruppen das optimale Gastronomie­konzept zu entwicklen. Mit internationalen Marken, aber auch mit regionalen Anbietern«, so Schwab. Jedes vierte Geschäft am Frankfurter Flughafen ist ein Gastrobetrieb.

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