In seiner klassischen Form holt er den Himmel ins Glas: der »Aviation« Cocktail

Veilchenblauer Bruchpilot: Die Geschichte des »Aviation« Cocktails

Alexander Thürer, 01.10.2024

Abgehoben, um den Himmel ins Glas zu holen, landete dieser Cocktail-Klassiker für Jahrzehnte unsanft in den düsteren Ecken der Barkarten. Dass wir ihn heute wieder fliegen sehen, verdanken wir einem Cocktail-Archäologen.

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Der »Aviation« Cocktail lässt Genießer nicht nur gedanklich und geschmacklich abheben, sondern hat auch eine Geschichte, die bis ins frühe 20. Jahrhundert zurückreicht und einen kleinen Blick wert ist. Erstmals erwähnt wurde der heute zu den Classic Cocktails zählende Drink von Hugo Ensslin in seinem 1916 erschienenen Buch »Recipes for Mixed Drinks», das als eines der frühesten Cocktailbücher gilt. Der »Aviation« war damals ein recht blumiger Drink, der den glamourösen Geist der Zeit jedoch perfekt einfing. Zugleich ist er ein Beleg für eine zunehmende Kreativität unter Bartendern der damaligen Zeit, die allmählich anfingen, mit ausgefalleneren Zutaten zu arbeiten. Im Falle des »Aviation« war es der Veilchenlikör Crème de Violette, der ihm nicht nur seine florale Note, sondern auch ein markant blaues Äußeres verlieh. Daher hat er auch seinen Namen, der an den Himmel und die aufkommende Begeisterung für die Luftfahrt jener Zeit erinnert. Das Originalrezept bestand aus vier Zutaten: Gin, Maraschino-Likör, Zitronensaft und Crème de Violette, allerdings gab es damals mehrere Drinks, die den Namen »Aviation« trugen und deren Rezepturen sich stark unterschieden. Durchgesetzt hat sich bis heute aber die Variante Hugo Ensslins.

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