Die Pho Bo ist der Klassiker mit Rindsuppe, Reisnudeln und Rindfleisch.  

Pho – die Kunst der Suppe

Jürgen Schmücking, Redaktion, 23.01.2026

Mit chinesischem Ingwer und französischem Baguette ist Vietnams Küche ein globales Potpourri. Die frische Pho hingegen erzählt die Geschichte des eigenen Landes wie keine andere.

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Zwei Seelen wohnen in der kulinarischen Brust Vietnams. Die tausendjährige Besatzung durch China hat in der Küche Nord­vietnams deutliche Spuren hinterlassen. Die großzügige Verwendung von Ingwer, schwarzem Kardamom und fermentierten Sojabohnen ist ebenso chinesischen Ursprungs wie das Dämpfen und das Braten im Wok. Andere Besatzer haben andere Elemente und Sitten beigesteuert. Kaffee und Baguette (Vietnam ist tatsächlich das einzige Land Südostasiens, in dem es respektables Baguette gibt) gehen zurück auf die Franzosen und ihre hundertjährige Kolo­nial­episode. Und mit dem Fall von ­Saigon und dem Rückzug der Amerikaner stand dem Siegeszug der Ursuppe Vietnams um die Welt nichts mehr im Wege. Die Kunst des Krieges? Sunzi? Mitnichten. Der Weg der Suppe ist ein friedlicher.

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