Koschina und Langmann: Seit Februar 2016 ein kongeniales Team an der Algarve.

»Vila Joya«: Koschina und Langmann arbeiten im Paradies

Alexandra Gorsche, 18.04.2017

300 Sonnentage, den Strand und das Meer direkt vor der Tür. Koschina und Langmann über den Erfolg eines der besten Restaurants der Welt.

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Zwei Österreicher, Dieter Koschina und Stefan Langmann, rocken die Sterneküche der »Vila Joya« an der portugiesischen Algarve. Das Motto des Hauses lautet nicht umsonst »The sea, the gardens, the gem – welcome to paradise«. Seit 26 Jahren ist Koschina Küchenchef in diesem Paradies. Bis vor wenigen Jahren war er der einzige Zwei-Sterne-Koch Portugals. Dann schlossen vier Restaurants, darunter sein Tiroler Landsmann Hans Neuner mit dem »Ocean« im »Vila Vita Parc«, mit zwei Sternen auf. Primus inter pares ist und bleibt Dieter Koschina. Seit 2016 hat er Unterstützung durch den gebürtigen Niederösterreicher Stefan Langmann, der seitdem die Position des Head Chef inne hat. Aber dies war nicht sein erster Berührungspunkt mit Koschina und der »Vila Joya«. Bereits 2003 hatte Langmann sein erstes Engagement in der Vila, ab diesem Zeitpunkt zog es ihn immer wieder zurück, einmal für kürzere Etappen, einmal für längere. Langmann fiel der Entschluss, an der Algarve zu bleiben, nicht schwer: »Ich brauchte nicht zu überlegen. Es war wie eine Art Nachhausekommen.« Teamwork ist Koschina nicht fremd. Dieter Koschina rockt die Algarve In seinen ersten Jahren in der »Vila Joya« gab er gemeinsam mit der Eigentümerin des Hauses, der Deutschen Claudia Jung, ein kongeniales Duo ab. Nach ihrem frühen Tod 1997 übernahm die Namensgeberin und Tochter des Hauses Joy Jung 2003 das familiär geführte An­wesen. Dabei ist es ihr ein besonderes Anliegen, das Erbe ihrer verstorbenen Mutter Claudia fortzusetzen – eine Interior-Designerin, die den Stil und die Gastlichkeit des Hauses bis heute prägt. Beides war und ist etwas ganz Besonderes. Joy Jung und ihr Team sprechen über die »Vila Joya« nie als Hotel, sondern immer als »Zuhause« und als ein Ort, der die Seele berührt und dem Geist Freiraum gibt. Direkt vor der »Vila Joya« erstreckt sich der Atlantik, der umliegende Garten mit seinen Aloe-Vera-Pflanzen, den Strelitzien und dem farbenfrohen Hibiskus bieten einen Rückzugsort, nicht nur für die Gäste. Auf die Frage, warum Koschina sein Zuhause so liebe, lacht er. »Das ist ganz einfach. 300 Sonnentage und den Strand und das Meer direkt vor der Tür. Warum sollte man diesen Ort verlassen?« Neue Techniken, neue Produkte, neue Geschmäcker Die Saison geht von März bis November. »Es ist wichtig, die freien Monate zu nützen. Erst im Winter war ich mit meiner Frau und meinem Sohn in der Südsee. Reisen hat mir schon immer irrsinnig viel Freude bereitet. Gerade die Möglichkeit, neue Kulturen und Produkte, aber auch Lebensweisen kennenzulernen, möchte ich nicht missen.« Dazu gehören Abstecher zu Kollegen, wie zum fünfjährigen Jubiläum des »Tian« in Wien. Langmann kochte mit Kollegen, Koschina tauschte sich aus. Den Gang ins Ausland empfehlen beide Chefs: »Nach der Lehre folgt die zweite Lehre und die sollten die jungen Menschen in den besten Häusern der Welt absolvieren. Diese Zeit ist so wichtig, um neue Techniken, neue Produkte und die Geschmäcker kennenzulernen. Es wird nicht immer einfach sein. Aber mit Ehrgeiz, Durchhaltevermögen und einem starken Willen werden sie die beste Zeit ihres Lebens haben.« Bauchgefühl und Mut gehören laut Koschina zu den wichtigsten Eigenschaften: »Aller Anfang ist schwer – aber ein bisschen Durchhaltevermögen lohnt sich. Denn die Erfahrungen, die man macht, kann einem niemand mehr nehmen.«

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