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Wenn immer möglich, sollten Sie die Bahn an den Genfersee nehmen und sich auf den Augenblick freuen, wenn der Zug bei Puidoux aus dem Tunnel schießt und sich das grandiose Panorama auf die Rebberge des Lavaux, den Lac Léman und die Savoyer Alpen eröffnet. Mit Vorteil setzen Sie sich vorher an ein Fenster an der linken Gangseite, um ja nichts von diesem Spektakel zu verpassen. Automatisch schweift dann der Blick gegen Osten und sucht den Tour de Marsens, der seit dem Mittelalter über dem Dézaley wacht. Eingebettet zwischen dem Blau des Himmels und dem Blau des Wassers ruht der 54 Hektaren große Steilhang mit seinen unzähligen Terrassen, die von 10.000 Mauern gestützt werden, die aneinandergereiht eine Länge von 400 Kilometern ergeben. Wie eine Himmelstreppe für Riesen steigt die Reblage von Dézaley vom Lac Léman den Berg hoch. Bekannt ist, dass wohl nirgendwo in der Romandie die Chasselas-Gewächse großzügiger, majestätischer und langlebiger geraten als in diesem 65 Hektaren großen Weinberg, der bezüglich Größe und Renommee mit dem burgundischen Clos de Vougeot wetteifert. Dézaley liegt im Herzen des Lavaux. Der Name Lavaux soll auf einen franko-provenzalischen Ausdruck zurückgehen, der »das Tal« bedeutet, oder auf einen karolingischen Ausdruck, der ein administratives Territorium bezeichnet. Der 28. Juni 2007 war fürs ganze Lavaux und für den ganzen Weinbaukanton Waadt ein gewaltiger Festtag: Das Weinbaugebiet zwischen Lausanne und Montreux wurde von der UNESCO ins Weltkulturerbe aufgenommen. Die mühselige Arbeit der Zisterziensermönche, die im Mittelalter im Schweisse ihres Angesichts die steile Wildnis urbar gemacht und in fruchtbare Rebberge verwandelt hatten, erhielt damit den finalen Segen.
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