In Hamburg wurde die Bladnoch-Rage vorgestellt.

Whisky statt Joghurt: Bladnoch hat neuen Besitzer

Roland Graf, 02.04.2019

Lediglich eine Handvoll schottischer Whisky-Brennereien sind in Privatbesitz. Der einstige Joghurt-Millionär David Prior hat einer der ältesten des Landes gekauft.

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Für einen Freitag-Abend war der »Hafen Club« an den Hamburger Landungsbrücken bestens gefüllt. Die deutsche Whisky-Community war sichtlich neugierig darauf, David Prior kennenzulernen und den Eigentümer der Lowland-Destillerie auszufragen. Immerhin acht Jahre war kein Tropfen Whisky in einer der ältesten Brennereien Schottlands (Gründungsdatum: 1817) gefüllt worden. Die irischen Gebrüder Armstrong hatten sich als Eigentümer zerstritten, verdient wurde lediglich mit dem Vermieten von Lagerflächen in den Warehouses von Bladnoch. Letztlich wurde »Ernst & Young« mit dem Verkauf beauftragt. Prior selbst kam 2015 erst in letzter Minute ins Spiel. »Eigentlich wollte ich selbst eine Destillerie errichten, das Land dafür hatten wir schon«. Doch als ein indischer Interessent von den Behörden abgelehnt worden war, eröffnete sich plötzlich eine andere Möglichkeit. »Man sagt ja, dass nicht Du die Destillerie findest, sondern sie Dich.«, so Prior. Dann ging alles relativ schnell. Selbst das neue Equipment konnte dank prominenter Berater wie Ian MacMillan (ehemals: Tobermory, Bunnahabhain) und Gavin Hewitt, dem Ex-Geschäftsführer der Scotch Whisky Association, in rekordverdächtigen sechs Monaten mit dem schottischen Spezialisten Forsyths implementiert werden. Der erste neue Whisky wurde in Wigtown im Juni 2017 gefüllt. Die Kapazität wurde so von den zuletzt 250.000 Litern unter den Armstrong-Brüdern auf 600.000 Liter pro Jahr aufgerüstet, »in sieben Jahren wollen wir beim Maximum von 1,5 Mio. Litern Whisky jährlich angelangt sein«, hat der australische Neo-Brenner klare Vorstellungen.

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