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Attersee: Von Sommerfrische-Sitz zu Galerie

Schon Gustav Klimt nutzte den Attersee als Sommerfrische-Sitz und schuf dort einige seiner bekanntesten Werke. Dass zeitgenössische Kunst heute noch ihren Platz am Ufer des türkisblauen Sees hat, beweist die Galerie Petra Seiser, welche in der einstigen Sommerfrische-Villa von Schauspielerin Käthe Dorsch beheimatet ist.

11.08.2023 - By Verena Schweiger

Malerisch und in wunderbaren Blau-Türkistönen schmiegt sich der Attersee in die Landschaft des Salzkammerguts. Seit langer Zeit ist der Ort Anziehungspunkt und Sommersitz von Künstler:innen und Kunstliebhaber:innen. Einer seiner bekanntesten Gäste war Gustav Klimt, der viele Sommer an dessen Ufer residierte und malte. Dort schuf er unter anderem seine heute hoch gehandelten Landschaftsarbeiten. Unweit, auf dem einstigen Grundstück von Schauspielerin Käthe Dorsch befindet sich seit 2005 unterhalb der ehemaligen Hausmeisterwohnung in einem Anbau von Architekt Hannes Rohringer eine Galerie für zeitgenössiche Kunst, die mittlerwiele Galeristin Petra Seiser bespielt. Der objekthafte, zeitgenössische Entwurf ist Gegenpol und Stimulierungsmittel zur historischen Sommerfrische-Villa.

Zeitgenössiche Kunst am Attersee

Dass anspruchsvolle, zeitgenössische Kunst, abseits des Dekorativen, noch immer ihren Platz in der Sommerfrische-Region hat, beweist das konsequent hochwertige Programm der Galeristin. Diesen Sommer sind Ausstellungen von Günter Brus, Roland Kollinitz, Sophia Süssmilch, Thomas Palme und Zenita Komad zu sehen. »In der Gegend leben vor allem im Sommer viele Kunstliebhaber:innen, auch die Nähe zu oberösterreichischen Industrieregionen und der Festspielstadt Salzburg ermöglichen diesen Standort«, sagt Galeristin Petra Seiser. Die Galerie verfügt auch über einen großzügigen Garten, der im Zusammenspiel mit der historischen Villa ein besonders charmanter Ort für Skulpturen ist. »Man sieht direkt vor Ort, wie bereichernd es ist sich mit zeigtgenössischer Kunst zu umgeben«, so die Galeristin und gerichtlich beeidete Sachverständige für österreichische Kunst, Malerei, Grafik, Plastik nach 1945.

Am 19. August eröffnet die Ausstellung von Zenita Komad und Thomas Palme.

© Galerie Petra Seiser

Die Galeristin Petra Seiser setzt konsequent auf hochwertige Kunst. 

© www.stefanzauner.at

Günter Brus zeigte im Juni neue Werke am Attersee.

© Galerie Petra Seiser

Erich Gruber ist einer der Künstler im Portfolio der Galerie.

© Erich Gruber

In der Galerie finden viele Kunstaktionen im Rahmen der wechselnden Ausstellungen statt.

© Roland Kollnitz

Vom Sommersitz zu Galeriestandort

In den 1920-er Jahren erstand der Wiener Hotlier Alois Heger diese Grundstück mit Seeblick in Schörfling und ließ sich einen Sommersitz erbauen. Historische Belege beziffern die Kosten mit 112, 8 Millionen Papierkronen - es herrschte Inflation. Kurz vor Kriegsbeginn, im Jahr 1938, kaufte die deutsch-österreichische Schauspielerin Käthe Dorsch die Villa, weshalb das Anwesen heute noch oftmals im Volksmund als »Dorsch-Villa« bezeichnet wird. Sie war mit Stummfilmstar Harry Liedtke verheiratet. Nach dem Zweiten Weltkrieg verweilten illustre Freunde des Paares, wie Dirigent Karl Böhm, in der Attersee-Villa. Nach ihrem Tod ging die Sommerresidenz an den österreichischen Unternehmer Albin Zwach, dessen Frau Käthe 1989 eine Galerie auf dem Anwesen einrichtete. 2020 übernahm dann Kunstexpertin Petra Seiser den Standort. 

Im Innenhof trifft Historie auf zeitgenössische Architektur. 

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Das Anwesen bietet Platz für Outdoor Skulpturen zeitgenössicher österreichischer Künstler.

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Die Dorsch-Villa war einst Sommerfrische-Sitz.

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