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Die schönsten Armaturen aus Architekt:innenhand

BAD-SPEZIAL
Bad
Design

Formschönes Interior beginnt bekanntlich mit kleinsten Details: den Badezimmerarmaturen zum Beispiel. Auch diesen funktionalen Bauteilen haben die renommiertesten Architekt:innen der Welt ihre Aufmerksamkeit geschenkt und so kleine Designwunder ins Badezimmer gebracht.

In jedem Badezimmer beginnt eigentlich alles mit dem Griff zum Wasserhahn: Findet man die richtige Drehung, gibt er genug Wasser und ist die Wassertemperatur angenehm? Kaum ein anderes Produktdesign wird mehr mit dem Leitspruch aller Designer:innen, »Form folgt Funktion«, konfrontiert als die Badezimmerarmatur.

Ikonische Formensprache

Funktional und strapazierfähig soll sie auch als formschönes Dekor im Badezimmer dienen. Wer könnte diese Aufgabe also besser meistern als Produktdesigner:innen, die auch den Raum selbst planen: Architekt:innen von Gio Ponti über Vincent Van Duysen bis hin zu Philippe Starck haben sich mit dem wichtigsten Detail im Badezimmer beschäftigt und neben nachhaltigen Funktionen eigene Formensprachen entwickelt. So ist etwa der dreizackige Sternknopf ein markantes Merkmal der Gio-Ponti-Armaturen und gilt als Ikone, die als Re-Edition von Mamoli produziert wird. Ponti sah Architektur und Interieur als Einheit, er kreierte 1953 eine dazu passende Keramikserie.

Futurismus
Zaha Hadids dynamische Formen setzen sich auch in der Keramik der Serie »Vitae« für Noken fort.
noken.com

Neue Nostalgie
Vincent Van Duysen vereint in »Flora« für Fantini Zeitgeist und Nostalgie.
fantini.it

Skulptural
Philippe Starcks Armatur aus Glas der Serie »Axor-Starck V« wirkt wie ein Kunstwerk im Badezimmer.
axor-design.com

Stilikone
Die Gio-Ponti-Armaturen von 1953 werden von Mamoli in unterschiedlichen Ausführungen produziert.
mamoli.com

Funktion und Emotion

Auch die Armaturen von Vincent Van Duysen folgen einem bestimmten Designprinzip: Reduktion auf das Wesentliche, hohe Materialqualität und klare Ästhetik. »Für mich geht es bei Architektur immer um Proportionen und darum, wie Menschen einen Raum erleben. Dieselben Prinzipien wende ich bei Produktdesign an. Bei ›Flora‹ bedeutete das eine sorgfältige Abstimmung von Dicke, Rundungen und Höhe, sodass sich jedes Stück intuitiv bedienen lässt. Architektur verleiht dem Ganzen ein Gefühl von Beständigkeit, selbst bei kleinen Möbeln. Ich möchte, dass sich das Design verankert und als Teil eines größeren Ganzen anfühlt«, so Van Duysen. Die größte Herausforderung beim Entwerfen ist für ihn, Technik mit sinnlicher Haptik zu vereinen: Wasserfluss, Langlebigkeit und strenge Normen treffen auf echte Emotionen. »Ich möchte mit dem Objekt, das Menschen täglich berühren, das sich intuitiv und beruhigend anfühlt, Gefühle erzeugen und dabei Komfort, Eleganz und Leichtigkeit erhalten.« Mit der Serie »Flora« für Fantini hat Van Duysen eine neue Formensprache geschaffen. »Die Griffe sind der Ausgangspunkt. Sie sind fühlbar, fast skulptural und bestimmen die gesamte Kollektion. Der Rest folgt derselben Logik: klare Linien, großzügige Proportionen, eine Balance zwischen Strenge und Sinnlichkeit. Die Sprache ist minimalistisch, aber nicht kalt, zeitgenössisch und ein bisschen -nostalgisch«, so der Belgier, der auch für Zara Home entwirft.

Zylinderform
Architekt Bjarke Ingels ließ sich für Kallista von urbanen Vibes inspirieren.
kallista.com

Zeitlos schön
Die eleganten Mid-Century-Armaturen von Arne Jacobsen für Vola.
de.vola.com

Skulptural oder zeitlos

»Wasser ist Leben«, sagt wiederum Architekt Philippe Starck, der seit Jahrzehnten mit Axor zusammenarbeitet. In seiner ikonischen »Axor Starck V«-Kollektion strömt das Wasser durch transparente Spülkörper, um die Wirbelentwicklung sichtbar zu machen. Die Armatur ist bewusst als skulpturales Element gestaltet. Zaha Hadid, bekannt für ihre geschwungenen Gebäude, lässt ihre DNA auch durch die Badarmaturen der »Vitae«-Kollektion von Noken strömen: fließende Linien treffen auf die Dynamik des Wassers. Für die Zylinderformen der »Taper«-Kollektion für Kallista, ließ sich der dänische Architekt Bjarke Ingels (BIG) von urbanem Spirit inspirieren. Während die Marke Vola seit den 1960er-Jahren auf skandinavischen Mid-Century-Stil im Badezimmer setzt: Die ersten Vola-Arma-turen und Mischbatterien wurden 1968 von Designikone Arne Jacobsen entworfen.
Die zeitlosen Armaturen werden bis heute auch in Hotels und in öffentlichen Schwimmbädern eingesetzt.

Vincent Van Duysen Architekt und Designer
»Ich möchte mit dem Objekt, das Menschen täglich berühren, Gefühle erzeugen.«

 

© Stefaan Temmerman

Erschienen in
Falstaff LIVING Nr. 8/2025

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Florentina Welley
Autor
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