Editor's News & Trends 2026
2026 wird ein vielversprechendes Designjahr. Wir präsentieren Ihnen ein facettenreiches Lifestyle-Round-up, in welche Richtung das Pendel in der Inneneinrichtung schwingt, was gerade angesagt ist und welche Adressen rund um den Globus eine Reise wert sind.
Mit der Kraft des Pferdes
Lifestyle-Brands begrüßen 2026 mit Dynamik, Mut und Erneuerung – was vor allem auf das Jahr des Pferdes zurückzuführen ist: Bulgari etwa präsentiert eine Auswahl von neuen Objekten, im Mittelpunkt eine Special Edition »Horse Brosche«, inspiriert von einem historischen Design aus den 1970er-Jahren.
Lounge-Freundschaft
Haben Sie gewusst, dass es sich auf Sofas mit exotischen Namen besser sitzt? Im Fall von »Tharuun« aus der Möbelmanufaktur Bretz mit Sicherheit. Inspiriert von archaischen Formen und der ruhigen Kraft eines Flusssteins, steht das gemütliche Piece für Beständigkeit, Geborgenheit und innere Ruhe. Ein persönlicher Rückzugsort, der in instabilen Zeiten ein Freund sein soll, der dich schützt und ein sicheres Zuhause bietet.
Zeig Mut & Streifen
Die Küche steht heuer einmal mehr im Mittelpunkt des Zuhauses (LIVING berichtet darüber ausführlich ab der Seite 104). Aber es gibt zudem noch immer weitere Inspirationen, die begeistern. Diese gestreifte Kücheninsel von Bettina Neseker für Studio VACAY zum Beispiel. »Ich habe mich für das mehrfarbige Design entscheiden«, sagt sie, »weil ich das Material Onyx liebe und mir der Mix der verschiedenen Farben gut gefällt.« Uns übrigens auch!
Dezentes Lighting
So sehr wir uns auch von auffälligen Licht-Kreationen begeistern lassen, so trending sind in diesem Jahr sanfte Beleuchtungsmittel, die dem Raum Ruhe geben. Hier kommt die »Camden«-Leuchte von Corston ins Spiel, die sich harmonisch in das Einrichtungskonzept einfügt. Der Vorteil: Mit ihrer blendfreien Ausstrahlung lässt sie andere Elemente gut zur Geltung kommen.
Organic Luxe
Diese Stilrichtung ist ein aussagekräftiger Trend 2026 und bietet eine raffinierte Balance zwischen natürlichen Materialien und luxuriösem Design. Er baut auf dem Organischen auf und führt ihn in einen eleganteren und kuratierten Bereich. Erdige Materialien werden mit skulpturalen Silhouetten verbunden, damit wird ein Look kreiert, der geerdet wirkt und gleichzeitig Eleganz ausstrahlt. Wie das Besteck von Atelier Terra Madre.
Ehrliche Accessoires
In diesem Jahr geht es vor allem um Stabilität, Handwerkskunst und Substanz. Weniger »schnell, laut, neu« und mehr »gut gemacht, haltbar, ehrlich«. Für Kunsthandwerk und Keramik heißt das ziemlich klar: dieses Jahr belohnt Tiefe statt Effekte. Dinge, die man fühlt, nicht nur sieht. Stücke dürfen schlicht sein – wenn sie handwerklich sitzen. Im Bild: Die neue Kollektion von Dinosaur Designs, die genau diese Eigenschaften mitbringt.
Gib mir Cherries!
Jedes Jahr dreht sich die Colour-Palette auf den Catwalks und in privaten Wohnzimmern aufs Neue. Welche Farbnuancen geben den Ton an, was darf im Kleiderschrank nicht fehlen? Neben Pantones »Cloud Dancer« hat man sich heuer auch für Kirschlack entschieden. Eine gute Wahl. Mantel: Tom Ford
Kamine im Raum
Um eine logische Aufteilung eines neuen offenen Raumes zu garantieren, machen viele Designer:innen den ursprünglichen Kamin zum zentralen Blickfang. Das führt dazu, dass der Feuerplatz neuerdings in vielen Varianten strahlt und im Raum Furore macht. Er ist nicht mehr Heizung mit Deko, sondern architektonischer Mittelpunkt – fast wie ein stilles Kunstwerk mit Feuer. Besonders Keramik verstärkt diesen Effekt, weil sie Wärme, Handwerk und Zeit sichtbar macht.
Modern Heritage
Was Modern Heritage so besonders reizvoll macht? Dieser Stil ist nicht nur einer der prägendsten Designbewegungen 2026, er verbindet im Kern zeitlose architektonische Details mit modernen Materialien und aktualisierten Farbpaletten. Das Ergebnis: Ein Raum, der Handwerkskunst würdigt und sich dennoch frisch und wohnlich anfühlt. Ein Könner seines Fachs: ARMANI CASA.
Skulpturale Möbelstücke
Räume sollen nicht mehr nur »schön eingerichtet«, sondern charaktervoll und persönlich sein. Skulpturale Objekte übernehmen dabei eine doppelte Rolle: Sie sind nutzbar und zugleich Ausdruck von Kunst, Handwerk und Individualität. Im Vergleich zum Minimalismus der 2010er-Jahre, der auf Zurückhaltung, Unsichtbarkeit und serielle Perfektion setzte, erlauben skulpturale Möbel wieder Präsenz. Statt sich dem Raum unterzuordnen, definieren sie ihn. Wir lieben die »Smiley-Stühle« von Gaetano Pesce.
Dinieren in der Savile Row
Der Name von Jason Athertons Flaggschiff steht für »Refinement of Work« (Verfeinerung der Arbeit) – und tatsächlich findet sich in jedem Winkel des Restaurants »Row on 5« ein hohes Maß an Raffinesse. Die Räumlichkeiten in der legendären Savile Row sind mit luxuriöser Ausstattung versehen, Küchenchef Spencer Metzger verleiht britischen Produkten mit seinem unfehlbaren Können eine besondere Geschmacksnote. Tipp: Nach dem teuren Schneider tut die Weinkarte besonders gut!
Weniger ist mehr
Die Kreationen von Verfechtern der »Weniger ist mehr« – Ära wie Mies van der Rohe sind so en vogue wie nie. Dabei geht es nicht nur um die Möbel selbst, sondern auch das Einrichten als Gesamtkonzept. Es gilt: »Man darf keine Angst vor zu wenig haben.« Statt viel Deko und Interior setzt der Trend auf klare Linien, offene Flächen und hochwertige Stücke, die Beständigkeit signalisieren. So wirkt ein Raum ruhiger und einladender. Dauerbrenner: Das »Barcelona«-Daybed von Knoll.
Renaissance des Footstools
Extravagante Hocker erleben derzeit eine Renaissance. In den verschiedensten Varianten – mit zeitgenössischen Stickereien oder grafischen Mustern – treffen die praktischen Footstools gerade perfekt den Sweet Spot aus Gemütlichkeit, Flexibilität und Style. Ein Raum mit diesem Piece wirkt automatisch kuratierter. Wir sprechen von diesem »Oh, sie weiß, was sie tut«-Detail. Und die Design-Company Doing Goods ist besonders gut darin (Foto).
Pharrell Williams designt Future Living
Pharrell Williams, Herren-Kreativdirektor von Louis Vuitton, reüssiert neuerdings auch als Architekt, nachdem er mitten in seiner Herbst/Winter-Modenschau 2026 ein »zeitloses Zukunftskonzept für das Wohnen« vorgestellt hat. Das Gebäude ist eine Koop. mit dem japanischen Unternehmen Not a Hotel, das eine Reihe von Ferienhäusern in ganz Japan geschaffen hat, die nicht wie üblich als Zimmer vermietet, sondern als Teileigentum verkauft werden. Parallel dazu präsentiert das »Drophaus« auch »Homework«, eine neue Möbelserie, bei der jedes Objekt »zehn Prozent Unvollkommenheit« aufweist – sei es in Form von unregelmäßigen Formen oder welligen Oberflächenstrukturen. Es bleibt spannend.
Design-Weekend in New York City
Wenn man im Mai zur New York Designweek & Contemporary Furniture reist, sollte auch die passende Unterkunft gewählt werden. Das »Faena New York« eröffnet da fraglos ein neues Kapitel – kühnes Design, Storytelling und südamerikanische Herzlichkeit definieren den City-Aufenthalt neu. In West Chelsea, nur wenige Schritte von der High Line entfernt, ist es ein Ort, an dem Kunst, Performance und Begegnung eine neue Art der Inspiration garantieren. Check it out!
Stille Opulenz
Trendige, private Clubs haben es vorgemacht und mittlerweile sucht man auch im eigenen Zuhause nach stylishen Powderrooms wie im »Annabel’s Mayfair« oder im »The ’Quin House« in Boston. Der Grund: Sie sind individuell, funktional, nachhaltig und ästhetisch zugleich. Sie verbinden praktische Nutzung mit starker Design-Aussage und spiegeln den Wunsch vieler Hausbesitzer:innen wider, auch kleinen Räumen Persönlichkeit und Luxuscharakter zu verleihen. Besonders gut darin ist Designerin Sarah Vaile vom gleichnamigen Studio.
Feeling Home im »Six Senses Milan«
Gegenüber der Pinacoteca in Mailand wird eine neue Adresse in der Stadt Luxus als diskrete Eleganz und Authetizität neu definieren: In der Via Brera 19, in einem Viertel, das italiensche Geschichte und Kreativität verbindet – dem Schnittpunkt von Kunst, Mode, Design und Kultur – bereitet sich »Six Senses Milan« auf seine Eröffnung Ende 2026 vor – mit 69 Zimmern und 16 Suiten, von Tara Bernerd & Partners entworfen.