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Ökologische und klimaneutrale Baustoffe erleben derzeit einen regelrechten Hype. Nicht nur aus Holz, sondern auch aus Lehm, Stroh und sogar Bambus sind weltweit einige atemberaubende (und auch atemspendende) Vorzeigebeispiele entstanden.

25.01.2020 - By Wojciech Czaja

Der 25.000 Quadratmeter große Campus, der mit weit aufgerissenem Maul an die bestehende Anlage andockt, scheint genüsslich in jenes gläserne Nachbargebäude hineinzubeißen, das Shigeru Ban bereits zwei Jahre zuvor geplant und auf den Campus gestellt hat. Der Zubau umfasst Büros, Meeting-Spaces, Ausstellungsflächen und sogar einen Veranstaltungsraum für Präsentationen und Pressekonferenzen. In Summe sind in der sogenannten Cité du Temps 18 Marken und Tochterunternehmen unter einem hölzernen Dach vereint. Ein nicht unwesentlicher Aspekt am Rande: Mit einer Baugenauigkeit von 0,1 Millimetern erreicht der ingenieurmäßige Holzbau fast schon die Präzision eines Schweizer Uhrwerks. 

Doch nicht nur mit Holz kann ökologisch gebaut werden, sondern auch mit Lehm, Stroh und Bambus. All diese Materialien sind vielerorts leicht verfügbar, und vor allem im Global South sind die nachwachsenden Rohstoffe aus dem Schoß von Mutter Natur eine günstige, leistbare Alternative zu den oft teuren Produkten der globalen Bauindustrie. In Malawi, Südostafrika, plant das indische Kollektiv Nudes rund um Nuru Karim eine Grundschule aus Strohballen. Das Bottom-up-Projekt, das gemeinsam mit der Bevölkerung realisiert werden soll, kombiniert günstige Bauweise, Materialrecycling und angenehmes Raum­klima mit Verschattung und Querlüftung. 

In Baoxi, Ostchina, rund 400 Kilometer südwestlich von Schanghai, baute die Salzburger Architektin Anna Heringer im Rahmen der Longquan International Bamboo Architecture Biennale 2017 eine Jugendherberge aus Lehm und Bambus. Die drei Bambushäuser, die wie überdimensionale Reiskörbe in der Landschaft stehen, sind nicht nur eine Anknüpfung an die Bautradition der Region, sondern auch ein Beitrag zur lokalen Wertschöpfung. Im Inneren der bis zu 18 Meter hohen Bambushüllen verbergen sich mehrgeschoßige zylindrische Lehmtürme. Über eine Wendeltreppe gelangt man direkt zu den Schlafkojen, die wie stoffverkleidete Waben an der Lehmfassade hängen. »Es gibt in China eine sehr reichhaltige Tradition für Lehm- und Bambusbau«, so Heringer. »Die Longquan International Bamboo Architecture Biennale soll dazu beitragen, diese Kultur zu erhalten und in die Zukunft weiterzutragen. 

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