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Raum für Schlaf: Wenn Design zur Entspannung einlädt

BETTEN-SPEZIAL
Schlafen
Schlafzimmer

Schlaf ist für den Geist, was die Speise für den Körper ist – das wusste schon Seneca. Wer voller Tatendrang in den Tag starten will, sollte daher dem Schlaf Raum geben – und diesen gezielt für erholsame Nächte gestalten.

Es gibt zahlreiche Faktoren, die zu einer beruhigenden Atmosphäre im Schlafzimmer beitragen können – vom Licht über die Farbwahl bis hin zur Geräuschkulisse. Die nächtliche Ruhe beginnt bereits bei den Grundrissen, wie Katharina Rauhs, Geschäftsführerin der Liv Immobilienvermarktung, erläutert: »Wir legen schon in der Planungsphase großen Wert auf die Raumaufteilung, Lichtführung und Materialwahl, da diese Faktoren die Schlafqualität maßgeblich beeinflussen.« Je weniger Funktionen der Schlafraum dabei einnimmt, desto besser. So sollten, wenn möglich, auch Ankleiden in separate Räume »verbannt« werden. »Darüber hinaus wird die Lichtführung so konzipiert, dass ausreichend Tageslicht den Raum durchflutet, das unterstützt den natürlichen Biorhythmus«, ergänzt die Expertin. Aus diesem Grund sind ostseitig ausgerichtete Räume ideal. Sie bieten helles Morgenlicht und tagsüber kühle Temperaturen. Befinden sich vor den Fenstern dennoch nächtliche Störquellen wie Laternen, können Verdunkelungsvorhänge – die sich dank Smart-Home-Anbindung morgens automatisch öffnen – Abhilfe schaffen. Um Verkehrslärm zu vermindern, sollte das Zimmer zudem straßenabgewandt, idealerweise mit Grünblick, liegen. Hinsichtlich des Interiors empfiehlt das Liv-Team »natürliche Materialien wie Holz oder Naturstein«, die beruhigend wirken. So konnte eine 2024 in »Environment and Behavior« veröffentlichte Studie unter Federführung von Susanne Kumpulainen zeigen, dass Holzinnenräume den Puls messbar senken.

Die Farben der Nacht
Eine aufgeräumte Umgebung mit reduziertem Interior, wenig Störelementen und einer sanften Farbpalette kann spürbar zur erholsamen Nachtruhe beitragen.
wittmann.at

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Zum Träumen entworfen

»Ohne guten Schlaf lässt sich selbst das schönste Zuhause nicht zur Gänze genießen. Das Schlafzimmer sollte daher architektonisch und innenarchitektonisch eine zentrale Rolle spielen«, weiß auch Nancy H. Rothstein. Die Schlafexpertin aus Chicago hat sich in den letzten 18 Jahren als The Sleep Ambassador® mit Büchern und Vorträgen international einen Namen gemacht, mehrere Schlafprogramme entwickelt und Hotelketten wie Hyatt bei der Kreation eigener Sleep-Suiten beraten. Sie betrachtet das Schlafzimmer als Refugium, das reduziert möbliert, stets aufgeräumt, gut klimatisiert und frei von Störfaktoren sein sollte. »Die Wissenschaft nennt Begriffe wie kühl, dunkel und ruhig – und ich füge Ordnung hinzu«, sagt die Schlafexpertin. »Das Letzte, was man in seinem Schlafzimmer braucht, sind Dinge, die man erledigen sollte. Dazu zählt auch Kleidung, die gefaltet werden muss.« Das liegt daran, dass unser Gehirn offene Aufgaben abschließen möchte. Eine 2025 in »Sleep« veröffentlichte Studie bestätigt dies: Menschen mit Hang zum Horten berichten über eine signifikant schlechtere Schlafqualität. Ebenso unterschätzt ist die Anordnung der Möbel: Ein direkt vor der Tür platziertes Bett etwa versetzt unbewusst in Alarmbereitschaft, so Rothstein. Dasselbe gilt für Geräusche, darunter Musik oder Filme, die nachweislich Tiefschlafphasen beeinträchtigen. Rothstein rät daher, Entertainment, Unordnung sowie dekorative Überladung im Schlafzimmer zu vermeiden.

Raum für Schlaf: Das ideale Schlafzimmer beginnt mit der Planung: Die gezielte Lichtführung sowie Raumaufteilung und -ausrichtung sind entscheidend.
liv.at

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Schlummerstunde: Hyatt gestaltete – beraten von Sleep Ambassador® Nancy H. Rothstein – eigene Schlafsuiten mit erholsamem Interior und Schlafaccessoires.
thesleepambassador.com

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Eine essenzielle Rolle spielen auch Farbe und Licht: Intensive Töne wie Rot wirken aktivierend, während Weiß oder gedeckte, matte Pastellnuancen beruhigen. Auch blaues Licht, das im Tageslichtspektrum liegt, sollte vermieden oder abgedeckt werden – das betrifft häufig TV-Screens oder Digitalwecker. Zirkadiane Raumbeleuchtung hingegen kann den Tiefschlaf fördern und dabei helfen, morgens leichter aus den Federn zu kommen. »Rot ist das einzige Lichtspektrum, das den Schlaf nicht stört. Warum? Weil wir uns in Höhlen mit Feuern entwickelt haben, signalisiert es unserem Gehirn nicht, dass wir wach bleiben müssen«, erklärt Nancy Rothstein. Schon wenige Faktoren im Raum können also über guten Schlaf entscheiden – und unsere Lebensqualität spürbar steigern.

»Das Schlafzimmer ist ein Refugium. Es sollte für Schlafen reserviert werden – und nicht als Zweitbüro oder Unterhaltungszentrum fungieren.«
Nancy H. Rothstein The Sleep Ambassador®

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Erschienen in
Falstaff LIVING Nr. 7/2025

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Christina Horn
Autor
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