150 Jahre Wiener Staatsoper

Wilhelm Sinkovicz, 18.02.2019

600.000 Besucher pro Jahr machen die Wiener Staatsoper, 1869 eröffnet, zu einem der weltweit bedeutendsten Kulturbetriebe. Happy Birthday, altes Haus!

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Oper in Wien – das war Chefsache. Kaiser Leopold I., für dessen Hochzeitsfeierlichkeiten man das erste Wiener Opernhaus mitten im Komplex der kaiserlichen Burg errichtete, war selbst Komponist! Sein Urenkel, Joseph II., war immerhin noch sein eigener Intendant und aus dem Grund imstande, mit den von ihm engagierten Künstlern zu fachsimpeln. »Gewaltig viel Noten«, befand er nach der Uraufführung der »Entführung aus dem Serail«. Komponist Mozart entgegnete selbstbewusst: »Grad so viel Noten, Eure Majestät, als nötig sind.« Da gingen die Theaterleute schon einer Zeit der bürgerlichen Landnahme entgegen. Das kaiserliche Fußvolk hatte schon seinen Platz in den Opernhäusern, im alten Burgtheater (am Michaelerplatz), im Kärntnertortheater (wo heute das Hotel Sacher steht), im Theater an der Wien. Erst recht ab 1869 im eleganten neuen Opernhaus an der Ringstraße. Die Architekten August Sicard von Sicardsburg und Eduard van der Nüll, von den Kommentatoren giftig angefeindet, erlebten dessen Einweihung mit Mozarts »Don Giovanni« (damals noch: »Don Juan«) nicht. Sicardsburg starb 1868, van der Nüll beging im selben Jahr Selbstmord. Die Wiener aber gewannen ihre Hofoper, die sie gerade noch als »Königgrätz der Baukunst« diffamiert hatten, rasch lieb. Wohl auch dank der liebevollen künstlerischen Ausgestaltung des Hauses. Moritz von Schwind ist zu verdanken, dass Mozart als »Genius« omnipräsent scheint. Seine »Zauberflöte« beherrscht die Optik des Operngebäudes – im 2018 frisch renovierten Schwindfoyer ebenso wie im Gustav Mahler-Saal, dessen Gobelins ebenfalls Szenen aus dieser meistgespielten aller Opern zeigen.

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