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Der Opernball ist schuld daran, dass Peter Friese als Kind glaubte, seine Familie sei furchtbar reich. Seine Eltern hatten das »Schwarze Kameel« in der Wiener Bognergasse 1956 übernommen, eine Weinstube mit schon damals fast 350-jähriger Geschichte. Sie bauten es vorsichtig ein wenig um, änderten das Angebot und bekamen den Zuschlag für den Heurigen am Opernball. Die ganze Nacht verkauften sie hier Würstel und Gulasch, Spritzer und Bier an die vom Tanzen hungrigen und durstigen Gäste. Wenn am nächsten Tag bei Frieses zu Hause abgerechnet wurde, stapelten sich die Schillingnoten und Münzen hoch auf dem Tisch. Sohn Peter war entzückt – und bekam einen falschen Eindruck von den Familienfinanzen. Vielleicht hat er auch deshalb gegen den Widerstand seiner Eltern das »Kameel« übernommen. »Mein Vater wollte immer, dass ich gut in der Schule bin und etwas Anständiges lerne, um in den Öffentlichen Dienst zu kommen«, sagt Friese. Trotzdem ging Friese statt zu lernen nach der Schule zum Tellerwaschen ins Lokal. Vater Friese mag nicht glücklich damit gewesen sein – für viele andere Menschen aber war das ein Glücksfall.
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