Wie schaffen es Eltern ihre Prinzessinnen und Prinzen im Zaun zu halten, wenn das Interesse an feinen Happen verflogen is?

»Amuse Portable« zum Abendessen

Michaela Ernst, 01.09.2017

Mit nichts sind Kinder beim Essen leichter zufriedenzustellen als mit einem Handy. Doch Experten warnen: Die Ruhe hat etwas Trügerisches.

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Auch wenn man sich’s kaum mehr vorstellen kann: Es gab eine Zeit, in der Eltern ihre Kinder ins Restaurant mitnahmen, ohne ihnen vorher ein Handy in die Hand zu drücken – und das Unglaubliche dabei: Es gab keine Probleme! Nicht Touchscreens, sondern andere Gesten zogen damals die Minigourmets in den Bann. Im »Landhaus Bacher« etwa wurden sie mit Überraschungseiern, Büchern und Bastelzeug bei Laune gehalten. Bei »Obauers« in Werfen mit Malzeug. Der »Taubenkobel« verfügte, bevor es dort Biotop und Garten gab, über ein kleines Kinderparadies mit Schaukel, Rutsche, Klettertürmchen – und (dem echten) Hund »Sebi«. Selbst im edlen »Steirer­eck im Stadtpark« wurden bereits zum Amuse-Gueule Buntstifte und Zeichenpapier serviert, damit es zwischen den einzelnen Gängen dem Nachwuchs nicht den Appetit verschlug. Das alles sind keine Einzelbeispiele, und die Genannten handhaben es bis heute so. Denn der kluge Gastronom weiß: Selbst das kleinste fremde Ding hat für den Juniorgast mehr Anziehungskraft als die mitgebrachten, altbekannten Sachen aus der Spieltruhe von daheim.

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