Bachls Restaurant der Woche: Das Schick

Alexander Bachl, 22.07.2019

Umbau und Kochwechsel im Hotelrestaurant »Das Schick«: Neuer Küchenchef Gerasimos Kavalieris serviert spanisch-österreichische Fusionsküche.

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Mit gewisser Regelmäßigkeit vermeldet »Das Schick« im zwöften Stock des »Schick Hotels« einen neuen Küchenchef – diesmal gepaart mit einer ­Auffrischung des Interieurs. Konstante ist die irgendwann etablierte exzentrische Linie einer spanisch-österreichischen Fusionsküche. In diese Denke muss sich jeder Koch erst einmal einarbeiten. Aktueller Eindruck: Gerasimos Kavalieris tut sich eher schwer mit der Vorgabe. Er werkte zuletzt im veganen »Venuss« und ebenfalls mit Fernblick ­ im »Das Turm«. Hier oben am Parkring ­hat sich zudem im Lauf der Jahre eine instagramtaugliche Kleinstteiligkeit eingebürgert, bei der nur große Köche es schaffen, all den Tupfen, Würfeln, Gittern, Pulvern plus Hauptprodukt kulinarischen Sinn zu ver­leihen. So muss man die Seeforelle, über deren Frische man diskutieren könnte, erst einmal von einem knallroten Gitter befreien, um sich dann zu fragen, was all die am Teller drapierten Dinge – gehäckselter Häuptelsalat, Ibérico Lardo, konfierte Kohlrabi, eine »Olivensphäre«, Misoaioli, Tawny-Gelee und mächtiges Seeigel-Eis – zum Genuss beitragen können. Beim Lamm scheinen die Beilagen darum zu ringen, die Geschmackssinne am dominantesten zu erobern – superkonzentrierter Süßholz-Kümmeljus, fermentierter Knoblauch, heftige geräucherte Papri­ka­creme oder Olivenkrokant. Das eigentlich sehr gute Lammbeuschel an der Seite geht bei dem Aromen-Seegang chancenfrei unter. Der zuletzt hier tätige junge Sommelier hat das Weite gesucht, die ungewöhnliche Karte mit schrägen Naturweinen blieb. Im Übrigen: Die kurz nach Beendigung des Mahls getätigte Ansage »Ich hab Ihnen die Rechnung schon mal fertig gemacht, wir wollen zusperren« ist eine herbe Alternative zu einem Digestif.

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