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Verrucht ist die Gegend ja nicht gerade. Nebenan liegt ein Fünf-Sterne-Hotel, im Haus darüber werden Zeitschriften gemacht, gegenüber leuchtet der erste Bezirk. Bleibt also allenfalls die Nähe zum Donaukanal und viel Augenzwinkern als Motivation, der Großinvestition diesen Namen zu geben. Die »Spelunke« ist neben dem »Klee am Hanslteich« Monika Wlascheks und Werner Helnweins zweites Lokal und ein ordentliches Kaliber. Luxuriös ausgestattet, spektakuläres Graffiti-Foto-Beton-Gemälde des Künstlers Akira Sakurai, LP-Plattenwand, Toiletten vom Feinsten, tolle Soundanlage mit DJ, eine Bar mit Top-Mann Marcus Philipp – gespart wurde erst mal gar nicht. Für die Küche zeichnet wie am Hanslteich Alexander Pochlatko verantwortlich und setzt auf einen Mischmasch modischer Gerichte wie Ceviche und Tatar gepaart mit rustikalen Posten wie Braten vom exzellenten »Ötscherblick«-Schwein für zwei Personen – feiner Geschmack, zarte Textur, nur am »Kruspel« kann man noch arbeiten. Der »Steckerlfisch« stammt von der Makrele und kommt mit scharfer Sauce. Beim delikaten Tuna Tataki mit Melanzanicreme und Avocado stört allenfalls, dass man nur drei dünne Scheibchen am Teller findet. Weiters maritim: »Fischers Frites« – frittierte Winz-Sardinen mit würziger Habanero-Sauce. Beim »Spicy Beef Salad« mit Hoisin-Sauce wäre es eine gute Idee, die Übermacht an groben Paprika-Trümmern gegenüber mehr grünen Bohnen und Rind zurückzudrängen. Übrigens – eine Lokalität mit derart verruchtem Namen hätte sich eine etwas unkonventionellere Weinliste verdient, keinerlei »Naturweine«, keine schrägen Winzer. Toll: Ottakringer Spezial vom Kupfertank über der Bar.
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