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Es gibt viele Erklärungen, warum Oberösterreich unter den Bundesländern als Bierland hervorsticht. Zum Beispiel weil das gesamte Innviertel bis zum Vertrag von Teschen 1779 zum bierfreudigen Bayern gehörte. In der »Allgemeinen Brauer- und Hopfen-Zeitung« vom 6. November 1889 wird Oberösterreich mit Böhmen und Salzburg verglichen. Da heißt es: »In Oberösterreich liegen in dieser Beziehung die Dinge besser, da auf dem reichen Boden dieses Kronlandes die Aristokratie der österreichischen Bauernschaft sesshaft ist. Ein einziges Dorf im Inn- oder Mühlviertel consumirt an manchem Sonntage mehr des Gerstensaftes als irgendwo ein ganzer Bezirk. (...) Es wäre schwer zu sagen, worin die Ursache hiefür zu suchen ist, jedenfalls dürfte die kräftigere Luft, welche über Salzburg und Oberösterreich weht, einen großen Teil an dieser Erscheinung haben.« Weiter heißt es in der Expertise von 1889, dass sich »das Hauptkontingent der Biertrinker aus der Bauernschaft« rekrutiere, »und diese muss nach ihrem starken Tagewerke kräftigen Getränken zusprechen, wenn anders der Genuss ein vollkommener sein soll«. Nun ist die Anzahl der agrarischen Betriebe auch in Oberösterreich stark zurückgegangen – der Bierdurst aber ist geblieben.
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