Die Schwestern Cristina, Antonella und Elisabetta mit Vater und Patriarch Benito Nonino in der bereits legendären Brennerei der Familie in Percoto im Friaul.

Der gute Geist des Grappa

Simon Staffler, 02.04.2020

Der Tresterbrand Grappa hat sich vom Arme-Leute-Schnaps zum High-Society-Produkt gewandelt. Dabei wird er heute noch genauso hergestellt wie vor hundert Jahren.

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Ein Caffè Corretto, also mit einem kräftigen Schuss Grappa, gehörte in Italien früher zum Abschluss jedes Essens, vor allem in den ländlichen Gebieten. Denn Koffein und Alkohol in Kombination geben Kraft für die harte Arbeit, behauptete der Volksmund lange. Und nicht ohne Grund bekamen auch die Gebirgsjäger regelmäßig eine Tagesration Grappa als Mutmacher. Dabei war der Tresterbrand immer ein Arme-Leute-Getränk. Während der Adel und die reichen Bürger Wein konsumierten, blieb für die Unterschicht nur der aus einem Winzer-Abfallprodukt gebrannte Schnaps. Egal, tempi passati. Denn mit dem Aufkommen strengerer Alkoholkontrollen und einem generellen gesellschaftlichen Wandel verschwand auch der Grappa von Italiens Esstischen.

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