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Liao Fan, drahtiger Streetfood-Verkäufer in Singapur, hat, was viele heimische Kochstars sehr gerne hätten: einen Stern im »Guide Michelin«. Dabei sitzt man bei Neonlicht auf niedrigen Schemeln, die Tischkultur wird in Form von Plastiktellern, Wegwerf-Stäbchen und Plastiklöffeln hochgehalten, auf Nachfrage gibt es Papierservietten. Das Essen aber vergisst man nicht so schnell, um zwei Singapur-Dollar pro Portion schon gar nicht. Dabei serviert der Mann seit Jahr und Tag nichts anderes als gebratenen Schweinebauch »Char siu« und in Sojasauce geschmortes Huhn, das bei der Bestellung mittels Küchenbeil in Streifen gehackt wird – inklusive Knochen natürlich, das Abnagen und Ausspucken macht schließlich einen wesentlichen Teil des Genusses aus. Dazu gibt es wahlweise Reis oder Eiernudeln, scharfe »sticky sauce« im Plastikbecher (ein Rezept des Hauses) und selbst eingelegte Chilis. Wie diese Art von hoch dekoriertem Essen auf dem Teller aussieht? Ungeschminkt trifft es ganz gut. Schließlich muss Liao im Laufe einer Mittagsschicht um die 180 Essen an die Gäste bringen.
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