Die Zukunft des Essens: Vielfalt, Qualität, Wertschätzung, Handwerk und Hochtechnologie.

Future Food: Von Identitäten und Imitaten

Franziskus von Kerssenbrock, 27.03.2017

Kaum etwas malt sich der Mensch fantastischer aus als das, was und wie man einmal essen wird. Und nur selten ist der Mensch konservativer, als wenn es darum geht, was auf ­seinem Teller landet. Das eröffnet spannende Perspektiven.

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Jetzt also das Brot. Von New York aus soll es seine Renaissance ­erleben, als Lebensmittel, als Genussmittel, als eines der vielfältigsten und überraschendsten Nahrungsmittel der Welt – nein – der Menschheit und ihrer Geschichte! Die Zukunft, davon ist das Team von Modernist Cuisine überzeugt, die Zukunft gehört dem Brot. »Brot«, sagen Nathan Myhrvold und Francisco Migoya, »ist eine der technologisch höchstentwickelten Speisen, die man zubereiten kann.« Nichtsdestotrotz habe es in der öffentlichen Wahrnehmung während der letzten 100 Jahre gelitten, sei zu einem Nebenprodukt geworden, zu einer Sättigungsbeilage. Schlimmer noch: »Brot wurde zum public enemy Nummer eins, aus dem einen oder anderen Grund als ungesund angesehen, meist aufgrund einer Unzahl an falscher Information und schlecht gebackenen Brots.« In ihrem Food Lab arbeiten Myhrvold und Migoya mit ihrem Team daran, das zu ändern. Sie erfinden das Brot neu. Seine ­Textur, seinen Teig, seine Kruste, seine Geschmacksvielfalt. Nach jahrelanger Arbeit verlässt das Brot 2.0 demnächst das Labor. Unter anderem in Form des Buchs »Modernist Bread«, eines opus magnum von 2300 Seiten zum Thema. Mit x verschiedenen Rezepturen und Herangehensweisen, die es wieder in das Zentrum unseres Speiseverhaltens rücken sollen.Moment. Brot als Essen der Zukunft? War da nicht die Rede von Algen, die uns nähren würden, von Insekten, die den Bedarf an Aminosäuren, Proteinen, ungesättigten Fettsäuren, Eisen, Zink und Vitaminen decken würden?

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