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Was in dem ganzen Hype, den die Pizza in den vergangenen Jahren gerade auch unter informierten Gutessern erleben durfte, ein bisschen untergegangen ist: Die Pizza war in früheren Jahrhunderten keineswegs nur ein Arme-Leute-Essen. Vielmehr verdankt sie ihren Weltruhm nicht unwesentlich auch einer königlich-barocken Gartenparty. Die Teigflade mit unterschiedlichsten Auflagen ist in Neapel zwar schon sehr lang bekannt und war auch immer ein billiges Essen für die Armen der Stadt – und ein lokales Phänomen. Eines Tages, so will es die Legende, wurde Ferdinand IV., in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts König von Neapel, eine solche Flade zugesteckt – angeblich eine Marinara mit Tomatensauce, Knoblauch, Olivenöl und Oregano. Der König war berüchtigt für seinen vulgären Geschmack und seine Liebe zu allem Volkstümlichen. Und er war von seiner ersten Pizza so begeistert, dass er sie fortan möglichst oft und auch in seinem Palast essen wollte. Des Königs vornehmere Gemahlin, Maria Karolina von Österreich, ließ ihm daher widerwillig, aber doch, im Garten des Palasts einen Pizzaofen bauen. So würde der volksnahe Regent die vulgäre Speise zumindest nicht in, sondern nur vor den königlichen Gemächern verzehren. Es dauerte nicht lange, bis Pizzaöfen und Pizzapartys der letzte Schrei in den Parks der neapolitanischen High Society wurden. Der Adel im Rest Europas machte es den ihnen bald darauf nach, die Pizza wurde erstmals auch außerhalb ihrer Heimat bekannt. Wir finden: völlig zu Recht. Pizza, im eigenen Garten oder auch nur am Balkon selbst gebacken, hat auch und vor allem für Nicht-Aristokraten wie uns eine gewisse, hart erarbeitete Qualität, die eine Pizzeria nicht bieten kann. Luftiger, langsam gegorener Teig, der sich nur dank Höllenhitze in essbare Wollust verwandelt, schmeckt einfach noch mal viel besser, wenn man ihn selbst angesetzt, geformt und gebacken hat. Selbst wenn die Flade nicht immer perfekt kreisrund gelingen will. Wir haben uns daher daran gemacht zu erforschen, wie das Experiment Pizza am Grill optimal gelingt.
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