Die Lieblingsartischocke vieler Spitzenköche kommt aus Johannes Schwarz’ Garten.

Große Liebe Artischocke

Christoph Teuner, 16.09.2016

Der bayerische Biogärtner Johannes Schwarz ist ein Star in der Gourmetszene. Er beliefert Spitzenrestaurants mit alten Tomaten- oder Artischockensorten, die anderswo nur schwer zu finden sind. Mit Falstaff spricht er über verrückte Samensammler, falsche Biogärtner-Klischees und den perfekten Tomatensugo.

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Das muss man erst einmal schaffen! Vom Jungunternehmer und Biobauern zum Lieferanten des FC Bayern München – und das in wenigen Monaten. Johannes Schwarz hat es hingekriegt. Er bringt regelmäßig Tomaten und Gurken in die Säbener Straße. Die Köche dort machen daraus Salate und Pastasaucen für Thomas Müller oder David Alaba. Was die Frage aufwirft: Warum Schwarz? Was macht er besser? Warum sind seine Tomaten, Artischocken, Bohnen so begehrt, dass sich Sterneköche wie Hans Haas um jede Kiste fast streiten? Schwarz’ Antwort: »Weil ich es mit Leidenschaft mache. Und weil ich herumspinne.« Schwarz ist »studierter Gärtner«, also Diplom-Ingenieur im Gartenbau, ausgebildet am Wissenschaftszentrum Weihenstephan der TU München. Er ist ein schlanker Mittdreißiger mit Dreitagebart, Intellektuellen-Hornbrille und Händen, die nicht nach Gärtner aussehen. Er spricht mit kräftigem Oberpfälzer Dialekt. Vor sechs Jahren brachte eine Kommilitonin Schwarz auf die Idee, es mit dem Artischockenanbau zu versuchen. Und so pflanzte er welche, gleich neben dem Hopfenfeld, das der eigentliche Gegenstand seiner Forschung war. Er war angefixt. Vier Jahre später wagte er den Sprung in die Selbstständigkeit. Er pachtete 8000 Quadratmeter Land nördlich von München. Mit den ersten Artischocken ging er Klinken putzen. »Ich habe eine Kiste im ›Tantris‹ vorbeigebracht. Haas hat sie sich angeschaut, und ein paar Tage später kam die Bestellung.« Haas nimmt seither Artischocken und Roscoff-Zwiebeln ab, von denen er alle für sich haben will. Dann ein Dominoeffekt: Drei-Sterne-Mann Christian Jürgens vom Restaurant »Überfahrt« bestellte Kressen und essbare Blüten. Martin Fauster vom »Königshof« kaufte Wurzelgemüse. Tohru Nakamura von »Geisels Werneckhof« oder Bobby Bräuer vom »EssZimmer« wollen von allem etwas. »Ich habe kaum anrufen müssen, die kamen von allein.«

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