Die vielleicht erste Schneebar in St. Anton. Eine Pionierleistung für die gehobene Lebensfreude. 

Historische Haute Cuisine

Alexander Bachl, 13.12.2017

So fing es an: Mit Champagner auf dem Berg und Trüffeln im Tal. Die alpinen Pioniere des Genusses betraten völliges Neuland. Kaviar-Schnee und Käse-Soufflé waren einst Fremdwörter am Pistenrand. Eine kleine Geschichte der Kulinarik im Schnee.

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Wir schreiben Mitte der Sechziger. John F. Kennedy sagt vor dem Brandenburger Tor: »Ich bin ein Berliner«, die Hippies propagieren Flower-Power, die Rolling Stones geben den Takt vor, der bemannte Mondflug kommt in Reichweite. Und vier Herren machen sich auf, den Wintertourismus in den Alpen neu zu erfinden. Skifahren hatte in dieser Epoche noch etwas Archaisches. Die schweren Holzbügel der Schlepplifte rissen die Pistensportler in beängs-tigendem Tempo bergwärts. Auf den harten Sitzen der Sessellifte fror man sich im schneidenden Bergwind die Hänge hinauf. Die Gondeln der Seilbahnen erinnerten an Biwakschachteln. Die Verpflegung zu Berg und zu Tal war noch dem Mengendenken der Nachkriegsära verhaftet. In den Hütten gab es derbe Älplerkost, in den Hotels im Tal einfallsloses Essen. Die Erbswurstsuppe war das Maß aller Dinge. Und die Weinauswahl bestand aus »Weiß« und »Rot«. Ende. Das kann nicht alles sein, dachten sich – voneinander unabhängig – ein Schweizer, ein Österreicher, ein Italiener und ein Franzose. Sie hatten solide Ausbildungen in Hotelfachschulen und Grandhotels absolviert. Vor allem aber hatten sie, was damals noch nicht viele hatten: Fantasie und Gespür, und zwar grenzenlos. Die Vision eines Skitourismus neuer Art, der seinen Gästen mehr bietet als Limo und Bratwurst, Bier und Speck, Schnaps und Käse, beseelte die vier bei ihrer kulinarischen Aufbauarbeit.

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