Es waren und sind herausragende Frauen und Männer, die das Fundament der heimischen Weinwirtschaft bilden - einer Branche, die floriert wie nie. 

Österreichs Weingiganten

29.06.2012

Kellerberg, Singerriedel, oder Steinzeiler: Große Namen und große Weine, geschaffen von den talentiertesten Winzern des Landes.

Werbung

Dass die österreichische Weinwirtschaft heute so gut dasteht und sich als Erzeuger von exzellenten Nischenprodukten international einen Namen machen konnte, ist beileibe keine Selbstverständlichkeit. Denn noch vor dreißig Jahren lautete auch im Weinbau die Maxime: Quantität vor Qualität. Nicht, dass es nicht schon früher qualitätsbewusste Winzer gegeben hätte, die sehr gute Weine erzeugten. Diese Pioniere gab es zu jeder Zeit, nur dem breiteren Weinpublikum blieben sie weitgehend unbekannt. Wer sich ein Bild von der Situation um 1980 machen möchte, sollte einen Blick in das zu dieser Zeit erschienene Buch »Die großen Weine Österreichs« von Helmut Romé, Gründer des Falstaff-Magazins, werfen. Dort werden erstmals die führenden Winzer und Regionen detailreich abgebildet. Manche dieser Qualitätspioniere haben ihren Betrieb erfolgreich einer weiteren Generation übergeben, andere existieren längst nicht mehr. Kriminelle Machenschaften und ein Skandal Es brauchte ein veritables Unglück, um den österreichischen Weinbau grundlegend zu ­revolutionieren und auch nachhaltig auf die Siegerstraße zu bringen. Im Jahr 1985 flog der heute längst berühmt-berüchtigte »Glykolskandal« auf, dessen Details man an ­dieser Stelle nicht aufgreifen muss. Aber er ist und bleibt die entscheidende Zäsur, ohne die – und das war das Glück im Unglück – der kometenhafte Aufstieg des österreichischen Weins nicht denkbar gewesen wäre. Damals standen auch Winzer vor den Scherben ihrer Existenz, die mit den kriminellen Machenschaften einiger weniger absolut nichts zu tun hatten. Die öffentliche Meinung verpasste der Winzerschaft als Gesamtheit den Paria-Status. Glück im Unglück Wie aber gelang der unglaubliche Turnaround? Wie kann es sein, dass aus den Buhmännern der Nation nun gesellschaftlich hoch angesehene und überall gefragte Leute geworden sind? Es bedurfte ganz besonderer Anstrengungen und Leistungen, um das unmöglich Scheinende möglich zu machen. Und dazu waren starke Führungspersönlichkeiten, ja Vorbilder von­nöten. Einerseits waren da engagierte Winzer, die das »reinigende Gewitter« als Chance begriffen, den Weg der Qualität mit aller Kraft weiterzugehen. Andererseits stand gerade in diesen Jahren eine Generation von jungen Winzern parat, die sich bei Auslands­praktika in Ländern wie Frankreich, Südafrika oder den USA ein frisches Bild vom Weingeschäft machen konnten, das über den nationalen Tellerrand weit hinausreichte. Ein völliger Paradigmenwechsel war angesagt, die österreichische Weinwirtschaft machte sich daran, sich selbst regelrecht neu zu erfinden.

Weiterlesen

Werbung