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Das Fernsehen ist »an allem schuld« – auch daran, dass sich der Opernball vom Wiener Nobelfest zur Weltmarke gemausert hat. Der Homo -sapiens glaubt ja gewohnheitsmäßig nur, was er sieht. Den Opernball sieht er jedoch, weil er es nicht glauben kann. Denn das gleißende Licht der Scheinwerfer zieht alle möglichen Nachtfalter an, deren hektisches Geflatter in prekären Outfits irritiert. Aber solange es den Bundespräsidenten (Obacht: Alexander Van der Bellen präsidiert heuer erstmals!) nicht verstört, dass bei dem von ihm ehrengeschützten Ereignis vereinzelt Porno-Diven und Soap-Baumeister auftauchen, müssen wir nicht päpstlicher sein als der Papst. Apropos: Der war nun wirklich noch nie beim Opernball. Alles begann mit dem »neuen« Haus, aber noch nicht gleich. 1869 wurde das Hofoperngebäude am Ring eröffnet, das ausdrücklich auch für die Abhaltung von Ballveranstaltungen vorgesehen war. Allerdings fanden die »Hofopernsoiréen« zunächst im Musikverein statt – schuld mag der Kaiser gewesen sein, der Tanzereien nicht schätzte und kaum besuchte –, für jene anno 1873 komponierte Johann Strauß den Walzer »Wiener Blut«, der heute noch die TV-Übertragungen begleitet.
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