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Superfoods sind häufig mit einem beinahe medizinischen Nimbus umgeben. Verpackungen und Werbung suggerieren, dass sie Krankheiten vorbeugen, das Immunsystem stärken oder gar hormonelle Balance schaffen könnten. Doch wie belastbar sind diese Aussagen wirklich? Der Begriff Superfood wird zwar bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts verwendet, eine offizielle, wissenschaftliche oder rechtlich bindende Begriffsdefinition gibt es jedoch nicht. Im allgemeinen Verständnis – sei es vom Oxford Dictionary oder EUFIC, dem Europäischen Informationszentrum für Lebensmittel – versteht man darunter Lebensmittel, die aufgrund eines höheren Nährstoffgehalts einen stärkeren Nutzen für Gesundheit und Wohlbefinden haben als andere Lebensmittel. Das mag vergleichsweise zutreffen, die oft außergewöhnlichen Gesundheitszuschreibungen basieren allerdings oft auf nur schwacher wissenschaftlicher Beweislage. Dessen ungeachtet erreichen diese Lebensmittel häufig ein glänzendes Marketing-Image, das zu hohen Preisen ohne nennenswertem Mehrwert führt. Dabei gibt es kein einziges Lebensmittel, das alleine »gesund« oder gar »super gesund« ist. Wichtiger als einzelne Nahrungsmittel sind Kombinationen, Zubereitung und Portionsgrößen – die gesamten Essgewohnheiten eben, so auch der Tenor aller Fachgesellschaften im deutschsprachigen Raum.
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