Schweine sind neugierig, kreativ, listig und haben einen hoch entwickelten Sinn für räumliche Orientierung.

Schweine auf der Bühne – und an der Macht

Thomas Macho, 23.02.2023

Intelligent, neugierig, kreativ: Schweine waren dem Menschen schon immer sehr ähnlich, doch erst seit etwa 250 Jahren nehmen wir diese Züge auch bewusst wahr. Und wir legen diese den Tieren auch prompt zu ihrem Nachteil aus.

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Im Zeitalter der Aufklärung wurden menschliche Genies bewundert, zunehmend aber auch intelligente Tiere. Noch vor Pferden oder Hunden betraten Schweine die Bühne. Samuel Bisset, ein schottischer Schuster, hatte beispielsweise ein Ferkel so unermüdlich trainiert, dass es im August 1783 seinen ersten Auftritt absolvieren durfte. Das Tier konnte anscheinend Rechenaufgaben lösen, die Uhrzeit angeben und bestimmte Wörter an Schautafeln anzeigen. Im Februar 1785 berichtete eine Londoner Zeitung über die »wundersame Kreatur«, der selbst »die kritischsten Geister« attestierten, dass »weder die Zunge des begabtesten Redners noch die Feder des genialsten Schreibers« den Auftritt dieses klugen Tiers angemessen beschreiben können. Wenig später bevölkerten zahlreiche Schweine-Stars die Zirkus- und Varieté-Bühnen in Europa und Nordamerika. Zur Jahrhundertwende eroberte das Schwein William Frederick Pinchbecks die Herzen des Publikums in den Städten von Neuengland, während der britische Illusionist Nicholas Hoare mit seinem Schwein Toby ganz London faszinierte. Im Jahr 1817 veröffentlichte Hoare eine Autobiographie Tobys; darin gab Toby Auskunft über die möglichen Ursprünge seiner Begabung: Seine Mutter habe einmal die Bibliothek ihres Besitzers betreten und dabei die hinter Glasscheiben stehenden Buchreihen aufmerksam betrachtet, als wollte sie die einzelnen Titel studieren.

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