Glückliche Gänse verbringen ihr Leben auf Streuobstwiesen.

Wie die Gans zurück ins Burgenland kam

Tobias Müller, 23.10.2023

Die Gänsezucht hatte im Burgenland eine jahrhundertealte Tradition – bis das Federvieh in den 1960ern verschwand. Ein Winzer und ein Gemüsebauer brachten die Gans wieder zurück.

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Wie so vieles im Burgenland verdankt sich auch die Rückkehr der Weidegans dem Wein. Genauer gesagt: 96 Flaschen Umathum, Ried Hallebühl, Jahrgang 1997. Joseph Umathum, Winzer in Frauenkirchen, versteigerte die Flaschen von seiner besten Lage zu Gunsten seines Freundes Erich Stekovics. Die Versteigerung brachte knapp 180.000 Schilling ein, die Stekovics in 400 Maulbeer-Bäume investierte. Seine Idee: Die Bäume sollten, zusammen mit anderen alten Streuobstbäumen auf Stekovics’ Grund, Futter für eine Herde frei lebender, artgerecht gehaltener Weidegänse liefern. Statt in engen Stallungen sollten die Tiere ihr Leben auf den Streuobstwiesen verbringen, nach Lust und Laune grasen, baden, durch die Gegend marschieren – und am Ende ganz köstlich schmecken. »Schon die ersten Zuchtversuche haben gezeigt, dass Gänse, die so aufwachsen, besonders schmackhafte Braten liefern und das der richtige Weg war«, sagt Joseph Umathum. »Wir haben das Projekt gefördert, weil ich den Wunsch hatte, dass es bald mehr solcher Idealisten wie den Erich geben würde, die uns mit hochwertigen Lebensmitteln versorgen.«

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